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Primär- und Sekundärmarkt: Alles über die Entstehung, Handel, und den Vertrieb von Strukturierten Produkten

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20. März 2026 | 3 Minuten zu lesen
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Wer in Strukturierte Produkte oder «Derivate» investiert, stößt früher oder später auf die Begriffe Primär- und Sekundärmarkt. Beide beschreiben unterschiedliche Phasen im Lebenszyklus eines Produkts. Sie sind entscheidend, um zu verstehen, wie Kauf, Handel und Preisbildung funktionieren.

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Primärmarkt: Der Startpunkt im Lebenszyklus

Die Primärmarktphase ist der Ausgangspunkt. In dieser Phase wird ein Produkt erstmals von einem Emittenten entwickelt und auf den Markt gebracht. In dieser Phase können Anleger das Produkt zeichnen. Häufig gibt es eine sogenannte Zeichnungsfrist, innerhalb der das Produkt aktiv angeboten und beworben wird. Das bedeutet, dass Banken oder Berater das Produkt gezielt empfehlen und vertreiben dürfen. Am Ende der Zeichnungsfrist wird das Produkt in der Regel zu dem festgelegten Emissionspreis und gemäß den Endgültigen Bedingungen emittiert. 

Sekundärmarktphase: Wie Derivate gehandelt und bewertet werden

Die Grundlage hierfür die Sekundärmarktphase bildet ein sogenanntes Basisprospekt. Dieses Dokument wird von Aufsichtsbehörden wie der European Securities and Markets Authority (ESMA) geprüft und enthält alle wesentlichen Informationen zum Produkt sowie insbesondere zu den verbundenen Chancen und Risiken. Für Anleger ist das Basisprospekt wichtig, denn es stellt sicher, dass sie ihre Investitionsentscheidung auf Basis transparenter und geprüfter Informationen treffen können.

Sobald die Emission abgeschlossen ist, beginnt die Sekundärmarktphase. Ab diesem Zeitpunkt existiert das Produkt bereits und kann gehandelt werden. Anleger kaufen es dann nicht mehr direkt „neu“ vom Emittenten, sondern handeln es über die Börse oder direkt mit dem Emittenten, der weiterhin als sogenannter Market Maker auftritt. Das bedeutet, er stellt fortlaufend Preise (Geld- und Briefkurs), zu denen Anleger verkaufen oder kaufen können.

Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme dar, dass sich der Preis eines Strukturierten Produkts im Sekundärmarkt, ähnlich wie bei Aktien, ausschließlich durch Angebot und Nachfrage bildet. Das ist jedoch nur teilweise richtig. Tatsächlich basiert der Preis eines Strukturierten Produkts in erster Linie auf einem theoretischen Wert, der von mehreren Einflussfaktoren abhängig sein kann. Diese Abhängigkeit leitet sich aus den einzelnen Produktbestandteilen ab. Zur Bewertung von europäischen Optionen können beispielsweise bewährte finanzmathematische Modelle wie das Black-Scholes-Modell herangezogen werden. In die Preisbildung fließen dabei zentrale Parameter ein, darunter der aktuelle Preis des Basiswerts, das Delta, das die Sensitivität des Optionsscheins gegenüber Preisänderungen des Basiswerts misst, das Gamma, das die Veränderung des Deltas in Reaktion auf Kursbewegungen beschreibt, das Vega, welches die erwartete Schwankungsintensität (Volatilität) angibt und die verbleibende Laufzeit sowie das Zinsniveau.

Weitere Informationen zu Optionen und deren Preisparametern finden Sie unter:

https://markets.vontobel.com/de-de/know-how/64621/optionsscheine-mit-pfiff-was-kurze-laufzeiten-bewirken-konnen

 

Der Emittent nutzt Modelle, um unter normalen Marktbedingungen kontinuierlich An- und Verkaufspreise zu stellen. Dadurch wird sichergestellt, dass Anleger während der gängigen Börsenhandelszeiten handeln können. Gleichzeitig sichert der Emittent die mit der Ausgabe des Produktes verbundenen Risiken im Hintergrund ab (Hedging), sodass er nicht darauf angewiesen ist, dass sich Käufer und Verkäufer direkt „finden“. Das ist der wesentliche Unterschied zum Aktienmarkt. Während dort Preise direkt durch Angebot und Nachfrage entstehen, werden sie bei Strukturierten Produkten maßgeblich durch Modelle und den Emittenten bestimmt.

Dennoch spielen Angebot und Nachfrage im Sekundärmarkt eher eine indirekte Rolle. Sie können beispielsweise die Liquidität eines Produkts oder die sogenannten Spreads beeinflussen, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. In ruhigen Marktphasen sind diese Spreads meist enger, während sie sich in unsicheren Zeiten ausweiten können.

Vertriebsstatus in der Sekundärmarktphase: Handel weiterhin möglich, aktives Marketing eingeschränkt

Ein weiterer wichtiger Punkt für Anleger ist der sogenannte Vertriebsstatus eines Produkts auf dem Sekundärmarkt. Das bereits erwähnte Basisprospekt hat nämlich eine begrenzte Gültigkeit. Läuft dieser Zeitraum ab, darf das Produkt zwar weiterhin gehandelt werden, jedoch nicht mehr aktiv vertrieben werden. Das bedeutet, dass Banken und Berater das Produkt nicht mehr aktiv empfehlen oder bewerben dürfen. Anleger können es jedoch weiterhin eigenständig kaufen oder verkaufen.

Der Hintergrund dieser Regelung ist der Anlegerschutz. Ohne ein gültiges Prospekt ist nicht gewährleistet, dass alle Informationen aktuell sind. Deshalb wird der aktive Vertrieb eingeschränkt, während der Handel weiterhin möglich bleibt, um die Liquidität und Flexibilität für bestehende Investoren sicherzustellen.

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