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Bonus Zertifikate

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Vontobel Markets
15. Feb. 2024 | 5 Minuten zu lesen
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Bonus-Zertifikate sind für Anleger geeignet, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg seitwärtstendierende, leicht fallende oder leicht steigende Kurse erwarten. Ein Bonus-Zertifikat bezieht sich grundsätzlich auf einen Basiswert, meist eine Aktie oder einen Index, und kann in einem bestimmten Szenario einer Direktinvestition überlegen sein. Falls sich der Kurs eines Basiswerts über die Laufzeit hinweg innerhalb einer vorab bestimmten Kursspanne bewegt, wird dem Inhaber des Bonus-Zertifikats ein Bonusbetrag ausgezahlt. Das obere Ende der Kursspanne wird durch den Bonuslevel begrenzt. Dieser bestimmt gleichzeitig die Höhe des Bonusbetrags, unter Berücksichtigung des in den Produktbedingungen festgelegten Bezugsverhältnisses. Am unteren Ende der Spanne liegt die Barriere. Falls diese während der Laufzeit unterschritten wird, verfällt der Anspruch auf den Bonusbetrag und der Anleger erhält bei Fälligkeit Stücke des Basiswerts geliefert oder einen Barausgleich gezahlt.

Wie funktionieren Bonus-Zertifikate?

Bonus-Zertifikate fallen unter die Kategorie der Anlageprodukte und können für Anleger, die seitwärtstendierende, leicht fallende oder leicht steigende Kurse erwarten, ein interessantes Instrument sein, um ihre Rendite in derartigen Marktphasen zu optimieren. Um die Funktionsweise eines Bonus-Zertifikats zu verstehen, sind insbesondere die zwei bereits genannten Ausstattungsmerkmale von Bedeutung, nämlich der Bonuslevel und die Barriere. Dabei liegt der Bonuslevel bei Ausgabe bzw. Fixierung des Produkts in der Regel oberhalb des aktuellen Kurses des Basiswerts. Die Barriere liegt unterhalb des aktuellen Kurses. Wenn sich der Kurs des Basiswerts über die Laufzeit hinweg in dem Korridor zwischen Bonuslevel und Barriere bewegt, entfaltet ein Bonus-Zertifikat seine volle Wirkung. In einem derartigen Szenario erhält der Anleger am Ende der Laufzeit einen Bonusbetrag, der sich aus Bonuslevel multipliziert mit dem Bezugsverhältnis errechnet.

Falls die Barriere während der Laufzeit unterschritten wird, verfällt der Anspruch auf den Bonusbetrag. Der Anleger erhält dann bei Fälligkeit entweder Stücke des Basiswerts geliefert oder einen Barausgleich ausgezahlt. Damit orientiert sich die Rückzahlung in diesem (negativen) Szenario an dem Stand des Basiswerts (der Aktie oder des Index) am Bewertungstag. Je nachdem wie sich der Basiswert nach Erreichen der Barriere entwickelt, kann es zu deutlichen Verlusten kommen.

Bei starken Kursanstiegen, die am Bewertungstag zu einem Kurs oberhalb des Bonuslevels führen, werden dem Anleger bei Fälligkeit ebenfalls Stücke des Basiswerts geliefert oder ein Barausgleich ausgezahlt. Der Anleger partizipiert also auch an Kursentwicklungen über den Bonuslevel hinaus.

Wann kann der Kauf eines Bonus-Zertifikats vorteilhaft sein?

Um zu verstehen, wann sich ein Bonus-Zertifikat für Anleger lohnt, ist es sinnvoll, dieses Produkt beispielhaft mit einer Direktinvestition in den Basiswert zu vergleichen. Dieser Vergleich ist auch in der untenstehenden Abbildung grafisch dargestellt. Es werden am Ende der Laufzeit drei Szenarien betrachtet.

In Szenario 1 verliert der Basiswert stark an Wert und unterschreitet während der Laufzeit die Barriere. Dies führt dazu, dass der Anspruch auf den Bonusbetrag verfällt. Nach Erreichen der Barriere verhält sich das Produkt ähnlich wie eine Direktinvestition in den Basiswert. Dies bedeutet, dass bei fallenden Kursen bis zum Ende der Laufzeit auch (deutliche) Verluste entstehen können. Zusätzlich ist anzumerken, dass im Preis eines Bonus-Zertifikats ein Aufgeld enthalten sein kann. Grund hierfür ist das Auszahlungsprofil in der Spanne zwischen Bonuslevel und Barriere. Wenn die Barriere erreicht wird, entfällt dieses Aufgeld aus dem Preis des Zertifikats, was somit den Verlust im Vergleich zu einer Direktinvestition erhöhen kann. Falls sich der Kurs des Basiswerts bis zum Laufzeitende wieder erholt, kann ein solcher zwischenzeitlicher Verlust jedoch auch (ganz oder teilweise) wieder aufgeholt werden.

In Szenario 2 bewegt sich der Kurs des Basiswerts über die gesamte Laufzeit hinweg zwischen Barriere und Bonuslevel. Hier spielt das Bonus-Zertifikat seine Stärken gegenüber einem Direktinvestment in den Basiswert in vollem Maße aus. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger in diesem Fall den Bonusbetrag ausgezahlt. Die dadurch mit dem Bonus-Zertifikat erzielbare Rendite übersteigt in der Regel die Rendite einer Direktinvestition.

In Szenario 3 steigt der Kurs des Basiswerts stark und befindet sich am Bewertungstag oberhalb des Bonuslevels. Der Anleger erhält in einem solchen Fall bei Fälligkeit entweder den Basiswert physisch geliefert oder einen Barausgleich gezahlt. Für den Anleger besteht also die Möglichkeit, an einer derartigen Aufwärtsbewegung zu partizipieren. Es ist allerdings zu beachten, dass ein Bonus-Zertifikat das bereits genannte Aufgeld enthalten kann. Der Anleger bezahlt in einem solchen Fall für ein Bonus-Zertifikat einen Preis , der den Preis einer Direktinvestition in den Basiswert übersteigt. Die (bei diesem Vergleich) erzielbare Rendite über das Zertifikat im Falle stark steigender Kurse fällt somit geringer aus.

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Wie konstruiert man ein Bonus-Zertifikat?

Bei der Strukturierung von Bonus-Zertifikaten sind zwei Komponenten von entscheidender Bedeutung. Zunächst benötigt man eine Call-Option mit einem Basispreis von EUR 0,00. Diese Option gibt dem Inhaber das Recht, den Basiswert am Ende der Laufzeit für EUR 0,00 zu kaufen.  Vereinfacht gesagt, vollzieht diese Option die Entwicklung des Basiswerts nach, Rechte aus dem Basiswert (z.B. der Aktie), wie etwa Dividenden, stehen dem Inhaber der Option dabei nicht zu.

Um das Auszahlungsprofil zwischen Barriere und Bonuslevel zu erreichen, benötigt man eine weitere Optionskomponente, einen „Down-and-Out Put“. Der Down-and-Out Put hat einen Basispreis in Höhe des Bonuslevels und eine Barriere auf dem Niveau der Barriere des Bonus-Zertifikats. Im Allgemeinen gibt eine Put-Option dem Inhaber die Möglichkeit (das Recht), einen Basiswert zu einem bestimmten Kurs (Basispreis) an einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen. Steht der Kurs des Basiswerts am Ende der Laufzeit also unterhalb des Basispreises, kann der Inhaber der Option den Basiswert teurer verkaufen als er am Markt gehandelt wird. Dies ermöglicht es, von fallenden Kursen des Basiswerts zu profitieren. Die Bezeichnung „Down-and-Out“ zeigt jedoch an, dass es sich um eine spezielle Art einer Put-Option handelt, die bei einem zu starken Kursabfall („Down“) wertlos verfällt („Out“).

Das Auszahlungsprofil eines Bonus-Zertifikats wird durch die Kombination der genannten (Options-) Komponenten ermöglicht. Bei Kursen auf oder oberhalb der Barriere während der Laufzeit und unterhalb des Basispreises am Laufzeitende hat der Down-and-Out Put einen Wert, der die Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem Bonuslevel ausgleicht und somit die Zahlung des Bonusbetrags ermöglicht. Insbesondere die Kosten für den Kauf des Down-and-Out Puts sind maßgeblich für das Aufgeld, das im Preis des Produkts enthalten sein kann. Wird die Barriere erreicht, verfällt der Down-and-Out Put wertlos und es bleibt nur noch die Call Option mit dem Basispreis 0,00 EUR bestehen. Eine Auszahlung des Bonusbetrags ist dann nicht mehr möglich. Bei Kursen oberhalb des Basispreises am Laufzeitende ist der Down-and-Out Put wertlos.  Somit ist auch in diesem Bereich allein die genannte Call-Option für das Auszahlungsprofil maßgeblich.

Der Preis eines Bonus-Zertifikats wird während der Laufzeit aus den Preisen der einzelnen Optionskomponenten errechnet. Die Bepreisung von Optionen unterliegt dabei einer Reihe von Faktoren. Neben dem Kurs des Basiswerts sind insbesondere die Volatilität (Schwankungsbreite) des Basiswerts, die Restlaufzeit der Option und das Zinsniveau entscheidend. Somit ist auch der Preis des Bonus-Zertifikats während der Laufzeit dem Einfluss dieser Faktoren ausgesetzt.

„Abwandlungen“

Neben dem klassischen Bonus-Zertifikat bestehen noch weitere Arten von Bonus-Zertifikaten. Weit verbreitet sind beispielsweise Bonus Cap-Zertifikate, die mit einem Cap ausgestattet sind, der die Partizipation an steigenden Kursen des Basiswerts über den Cap hinaus auf einen Höchstbetrag begrenzt. Dem Nachteil der begrenzten Partizipation bei steigenden Kursen stehen hier möglicherweise vorteilhafte Produktkonditionen wie ein niedrigerer Produktpreis oder eine tiefere Barriere gegenüber. Eine weitere Variante sind Reverse Bonus Cap-Zertifikate. Hierbei handelt es sich um Produkte, die eine umgekehrte Partizipation ermöglichen, bei denen das Produkt von fallenden Kursen des Basiswerts profitiert, unter Berücksichtigung eines Caps.

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Chancen (Bonus Zertifikate, Bonus Zertifikate mit Cap)

  • Positive Erträge auch bei Kursverlusten des Basiswertes, sofern die Barriere während der gesamten Laufzeit nicht verletzt wird
  • Attraktive Renditen auch in seitwärts, leicht aufwärts und sogar leicht abwärts gerichteten Märkten
  • Möglicher Renditevorteil gegenüber Direktinvestition in den Basiswert bei seitwärts laufenden oder leicht fallenden Kursen des Basiswerts
  • Vollständige und unbegrenzte Partizipation an steigenden Märkten über den Bonuslevel hinaus (nicht bei Bonus Cap-Zertifikaten)
  • Überschaubarer Anlagehorizont

 

Risiken (Bonus Zertifikate, Bonus Zertifikate mit Cap)

  • Bei Verletzung der Barriere sind erhebliche Verluste möglich (Totalverlustrisiko)
  • Verluste können bei Verletzung der Barriere im Vergleich zu einem Direktinvestment höher ausfallen
  • Produkte sind während der Laufzeit Markteinflüssen, wie etwa der Entwicklung des Basiswerts und der Volatilität, ausgesetzt
  • Kein Kapitalschutz
  • Emittentenrisiko (Emittent bzw. Garant kann seine Verpflichtungen aus dem Produkt nicht erfüllen)
  • Bei Bonus Cap-Zertifikaten ist der maximal zu erzielende Gewinn begrenzt
  • Verzicht auf Dividendenzahlungen, keine laufenden Erträge
  • Währungsrisiko bei Basiswerten in Fremdwährungen

Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.