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GameStop: David versus Goliath – Die Rückkehr der Meme-Aktie

Vontobel Markets
28. Mai 2024 | 3 Minuten zu lesen

Innerhalb weniger Handelstage war es wieder so weit: Die GameStop-Aktie schoss raketenartig in die Höhe und verzeichnete einen Anstieg von etwa 180 Prozent in der Marktkapitalisierung. Kommt es nun zum Comeback der Aktie?

Ursprung und Expansion

GameStop entstand aus einer Tochtergesellschaft der Buchdruckerei "Barnes & Noble" und trennte sich 2004 von der seit 1873 bestehenden Muttergesellschaft. Dies markierte den Beginn einer expansiven Phase für das Unternehmen. Durch die Übernahmen des Computer- und Videospielehändlers Electronics Boutique und Rhino Video Games konnte GameStop seine Marktpräsenz erheblich erweitern. Die Akquisitionen des irischen Gaming-Unternehmens Jolt, des Videospielproduzenten Kongregate und des Streaming-Dienstes Spawn Labs kennzeichneten den Einstieg in das Online-Gaming-Geschäft und verdeutlichten die Ambitionen des Unternehmens, über den traditionellen Einzelhandel hinauszuwachsen. Mit Sitz in Texas ist GameStop heute ein international tätiger Videospiel-Einzelhändler, der weltweit mehr als 6.500 Filialen betreibt. Neben dem Einzelhandelsgeschäft bietet GameStop auch Online-Games an, veröffentlicht ein Videospiel-Magazin und betreibt einen Streaming-Dienst. Im Jahr 2002 ging GameStop an die Börse und ist seitdem an der New York Stock Exchange notiert, wo das Unternehmen auch im S&P 500 vertreten ist.

Der scheiternde Angriff auf die Aktie: David vs. Goliath

Das Geschäftsmodell von GameStop steht unter Druck. Immer mehr Computer-Spiele werden über Online-Stores nachgefragt. Laut einer Umfrage von GameStar Tech kaufen 39 Prozent der Befragten ihre Spiele online, während 31 Prozent sie nur in Ausnahmefällen bei Sondereditionen physisch erwerben. Dieser Trend belastet traditionelle Einzelhändler und macht sich in den Umsätzen der Firmen stark erkennbar. Zusätzlich sind einige Konsolen mittlerweile nicht mehr mit einem Laufwerk ausgestattet. Die neueste Spielkonsole von Microsoft bietet eine Alternative zur Xbox Series X ohne CD-Laufwerk an.

Im Jahr 2021 erlange die Gamestop-Aktie (GME) weltweite Aufmerksamkeit und wurde zum Symbol einer neuen Ära des Aktienhandels, geprägt von sozialen Medien und Retail-Anlegern. Im Januar 2021 versuchten Hedgefonds, von negativen Entwicklungen zu profitieren, indem sie die GameStop-Aktie leerverkauften und auf fallende Kurse setzten. Gleichzeitig schlossen sich Privatanleger in Reddit zusammen, um einen Short Squeeze auszulösen. Ein Short Squeeze tritt auf, wenn der Kurs einer Aktie, die stark leerverkauft wurde, plötzlich stark ansteigt. Dies zwingt Leerverkäufer (Shortseller), ihre Positionen schnell zurückzukaufen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dieser Rückkauf erhöht die Nachfrage nach der Aktie weiter und treibt den Kurs mit einhergehender starker Volatilität noch höher, was den Squeeze-Effekt verstärkt. Diese Aktion wurde von Keith Gill (alias Roaring Kitty) im Reddit-Forum „WallStreetBets“ angeführt, der sein Vertrauen in die Aktie bekundete. Durch ihre Kauforders trieben die Privatanleger den Aktienkurs in die Höhe, was dazu führte, dass Short Seller gezwungen waren, ihre Positionen zu schließen und die geliehenen Aktien zurückzukaufen.

Im Januar 2021 spielte Elon Musk ebenfalls eine bemerkenswerte Rolle bei der Gamestop-Aktie, als er am 26. Januar einen Post auf X (ehemals Twitter) mit dem Inhalt „Gamestonk!!!“ veröffentlichte. Dieser Tweet führte zu einem signifikanten Anstieg des Aktienkurses von Gamestop. Musks Einfluss und die große Anhängerschaft auf sozialen Medien verstärkten die Dynamik um die Aktie und trugen zur massiven Volatilität und öffentlichen Aufmerksamkeit bei, die Gamestop während dieser Zeit erlebte. Wegen der anhaltenden Marktvolatilität und der Beliebtheit der Aktie wurde der Handel auf der Handelsplattform Robinhood vorübergehend eingeschränkt.

Dieser verstärkende Effekt führte zu erheblichen Verlusten für die Hedgefonds. Laut Bloomberg mussten die betroffenen Hedgefonds insgesamt Verluste von über sechs Milliarden US-Dollar hinnehmen. Der Hedgefonds Melvin Capital, der 2021 ein Volumen von 7,8 Milliarden US-Dollar hatte, verlor im Zuge seiner Attacke auf GameStop 39 Prozent seines Kapitals. Weitere Fonds wie Point 72 und Citadel waren von der Pleite des Leerverkaufs betroffen, indem sie in den Hedgefond von Melvin Capital investierten. Keith Gill musste sich zwar vor dem US-Kongress verantworten, jedoch hatte dies keine Konsequenzen für ihn.

Die Rückkehr der Meme-Aktie

Roaring Kitty zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und trat erst am 12. Mai 2024 wieder in Erscheinung. Auf X (ehemals Twitter) postete er eine Zeichnung eines sitzenden Mannes mit einem Spielcontroller in der Hand, der sich nach vorne beugt – ein bekanntes Meme unter Gamern. Seine Follower interpretierten dies als Signal für einen erneuten Angriff auf die Aktie, was eine massive Kaufwelle auslöste, welche den Kurs der Aktie rasant anstiegen lies. Diese drastische Kurssteigerung erinnert stark an das Ereignis aus dem Jahr 2021, als die GameStop-Aktie nach einem Post von Keith Gill auf Reddit massiv an Wert gewann.

 

Risiken

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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