Die Identitätskrise von Bitcoin
Im April führte der Iran für Öltanker eine Gebühr für die Passage durch die Straße von Hormus ein. Die Zahlung sollte nicht in Dollar oder Gold, sondern in Bitcoin erfolgen. Die Begründung: Dollartransaktionen können durch Sanktionen blockiert werden, Bitcoin hingegen nicht. Für eine Währung, die geschaffen wurde, um sich staatlicher Kontrolle zu entziehen, war dies ein bemerkenswertes Gütesiegel. Dennoch war 2026 für Bitcoin ein schwieriges Jahr. Seit dem Rekordhoch von 126.198 USD im Oktober 2025 ist der Kurs um rund 45 % auf rund 70.000 USD gefallen. Gold legte im selben Zeitraum um mehr als 50 % zu und kletterte über 5.000 USD je Unze. (Quelle: Bloomberg)
Bitcoin: Wertentwicklung der letzten 5 Jahre
Knapper als Gold
Bitcoins Angebot ist auf 21 Millionen Coins begrenzt. Diese Obergrenze ist im Code verankert und gilt praktisch als unveränderlich. Mehr als 20 Millionen davon wurden bereits geschürft, und die Rate, mit der neue Bitcoin entstehen, halbiert sich etwa alle vier Jahre, zuletzt im April 2024. Auf jede Halbierung folgte bislang eine kräftige Rallye, zuletzt der Anstieg auf das Rekordhoch im Oktober 2025. Das Angebot wächst inzwischen um weniger als 1 % pro Jahr und damit langsamer als Gold, dessen oberirdischer Bestand durch laufende Förderung jährlich um rund 1,7 % zunimmt. Gemessen daran ist das digitale Gold heute tatsächlich knapper als physisches Gold selbst.
Diese Knappheit bildet die Grundlage für ambitionierte langfristige Kursziele. Während Bitcoins Marktkapitalisierung derzeit bei rund 1,5 Billionen USD liegt, wird der Wert des weltweiten Goldbestands auf 18 bis 20 Billionen USD geschätzt. Würde Bitcoin lediglich ein Zehntel dieses Wertes erreichen, entspräche das einem Kurs von rund 95.000 USD. Ein Viertel würde einen Bitcoin-Preis von etwa 240.000 USD implizieren. (Quelle: Bitcoin, World Gold Council)
Bewertet wie ein Technologiewert
Das Marktverhalten erzählt jedoch eine andere Geschichte. Im täglichen Handel ähnelt Bitcoin weit mehr den Technologieaktien, mit denen es zunehmend in institutionellen Portfolios auftaucht, als dem Gold, mit dem es so oft verglichen wird. Seit dem Start der US-Spot-ETFs im Januar 2024 blieb Bitcoins Korrelation mit dem NASDAQ durchgehend höher als jene mit Gold. Es legte zu, wenn Liquidität reichlich vorhanden war, und fiel bei nachlassender Risikobereitschaft oft schneller als Aktien selbst.
Wer Bitcoin zur Absicherung einsetzt, trägt damit häufig dieselben Risiken, die bereits anderswo im Portfolio stecken. Der Irankonflikt illustrierte das eindrücklich: Bitcoin gab gemeinsam mit anderen Risikoanlagen nach und erholte sich erst, als die Aktienmärkte wieder anzogen. Die Funktion eines sicheren Hafens erfüllte es dabei nicht.
Abhängig von wenigen Käufern
Die Kursentwicklung hing zudem stark von einer kleinen Käufergruppe ab. Strategy Inc., das Unternehmen von Michael Saylor, hat 2026 mehr Bitcoin erworben als das gesamte Mining-Netzwerk produziert hat und hält inzwischen über 843.000 Coins im Wert von mehr als 64 Milliarden USD. Schätzungen zufolge entfielen rund 70 % der Nettokäufe über ETFs, Stablecoins und Futures auf das Unternehmen.
Ein Markt, der in diesem Ausmaß von einem einzelnen Käufer abhängt, wird anfällig, sobald dieser sich zurückzieht. Genau das zeigte sich Ende Mai, als Strategy seinen Fokus auf den Schuldenabbau verlagerte. (Quelle: Strategy Inc.)
Gleichzeitig wird diese Konzentration zunehmend durch eine breitere Nutzung von Bitcoin durch Unternehmen ausgeglichen. SpaceX meldete Bestände von 18.712 Bitcoin im Wert von rund 1,45 Milliarden USD bekannt und zählt damit neben Tesla und Strategy zu den größten Unternehmenshaltern. Bitcoin in der Bilanz zu führen, wird zunehmend zur Normalität. (Quelle: SpaceX)
Wohin führt der Weg?
Die Marktstimmung bleibt gedrückt. Bis Ende Mai zogen Anleger einen Rekordwert von 2,4 Milliarden USD aus US-Bitcoin-ETFs ab, obwohl S&P 500 und NASDAQ neue Hochs erreichten und Kapital weiterhin in KI- und Halbleiterwerte floss. Erstmals seit Jahren blieb damit ein Asset zurück, das üblicherweise von steigender Risikobereitschaft profitiert.
Der wichtigste Katalysator bleibt die Fed. Ihr neuer Vorsitzender Kevin Warsh bezeichnete Bitcoin als wichtiges Asset und als Gradmesser für das Vertrauen in die Geldpolitik. Jede geldpolitische Wende hin zu einem schwächeren Dollar dürfte dem Kurs unmittelbar Rückenwind geben. Aus technischer Sicht bleibt der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 82.000 USD die entscheidende Marke, oberhalb derer Bitcoin seit Oktober keinen Wochenschlusskurs mehr erzielt hat.
Für Anhänger der „digitales Gold“-These war 2026 ein enttäuschendes Jahr. Als Absicherung in fallenden Märkten versagte Bitcoin dort, wo Gold überzeugte. Stattdessen trat eine andere Eigenschaft in den Vordergrund: Bitcoin als Geld jenseits staatlicher Kontrolle. Über seinen fairen Wert wird weiterhin gestritten. Die Ereignisse in der Straße von Hormus erinnerten erneut an seinen ursprünglichen Zweck. (Quelle: Bloomberg, Farside Investors, Federal Reserve)
Risiken
Emittenten- / Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.
Erhöhtes Verlustrisiko:
Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).
Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:
Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.
Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.
Währungsrisiko:
Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.
Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.