Cerebras Systems: Wie ein Startup aus Kalifornien die KI-Chipbranche aufmischt
Während Nvidia seit Jahren den Markt für KI-Prozessoren dominiert, hat sich ein vergleichsweise junges Unternehmen aus dem Silicon Valley aufgemacht, die Spielregeln neu zu schreiben. Cerebras Systems aus Sunnyvale, Kalifornien, entwickelt die größten Computerchips der Welt, und hat im Mai 2026 mit einem spektakulären Börsengang für Schlagzeilen in der gesamten Technologiebranche gesorgt. Ein Blick auf das Unternehmen, das mit einem einzigen, riesigen Chip eine ganze Industrie herausfordert.
Die Gründung: Fünf Ingenieure mit einer kühnen Idee
Cerebras wurde 2016 von fünf Ingenieuren gegründet, die sich bereits aus einem früheren gemeinsamen Projekt kannten: Andrew Feldman (CEO), Gary Lauterbach, Michael James, Sean Lie und Jean-Philippe Fricker. Alle fünf hatten zuvor bei SeaMicro zusammengearbeitet, einem Unternehmen spezialisiert auf energieeffiziente Server, das 2012 vom Chiphersteller AMD für rund 334 Millionen US-Dollar übernommen worden war.
Mit diesem Erfahrungsschatz im Rücken stellten sie sich einer Aufgabe, die viele Experten für unlösbar hielten: einen funktionierenden Prozessor herzustellen, der nicht wie üblich aus einem kleinen Stück Silizium besteht, sondern einen ganzen Wafer, also die kreisrunde Siliziumscheibe, aus der normalerweise Hunderte einzelner Chips geschnitten werden, als einen einzigen Prozessor nutzt. Dieses Konzept, bekannt als Wafer-Scale-Integration, war in der Halbleiterindustrie seit Jahrzehnten als theoretische Möglichkeit bekannt, galt aber als technisch kaum umsetzbar. Cerebras löste das Problem unter anderem durch softwarebasierte Redundanz, die fehlerhafte Bereiche auf dem Chip automatisch umgeht (Reuters).
Die Technologie: Ein Chip so groß wie ein Teller
Das Herzstück von Cerebras ist der Wafer-Scale Engine 3 (WSE-3), der aktuell größte kommerziell verfügbare Prozessor der Welt. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Der WSE-3 hat eine Fläche von über 46.000 Quadratmillimetern, enthält vier Billionen Transistoren und verfügt über 900.000 Rechenkerne sowie 44 Gigabyte Arbeitsspeicher direkt auf dem Chip. Zum Vergleich: Nvidias Spitzen-GPU, der B200, ist rund 58-mal kleiner. Diese enorme Größe erlaubt es Cerebras, KI-Aufgaben deutlich schneller zu verarbeiten, laut Unternehmensangaben bis zu 15-mal schneller bei der sogenannten Inferenz, also dem Anwenden trainierter KI-Modelle, und bis zu zehnmal schneller beim Training neuer Modelle. Cerebras verkauft dabei nicht nur einzelne Chips, sondern komplette KI-Systeme (die CS-3-Plattform), der Prozessor, Speicher, Netzwerk und Software bündeln. Ergänzend bietet das Unternehmen Rechenleistung auch über die Cloud an, sodass Kunden die Technologie nutzen können, ohne eigene Hardware kaufen zu müssen (Cerebras).
Kunden, Partnerschaften und Finanzen
Zu den wichtigsten Kunden und Partnern von Cerebras zählen einige der größten Namen der Technologiebranche. Medienberichten zufolge schloss das Unternehmen im ersten Quartal einen mehrjährigen Vertrag mit OpenAI im Volumen von über 20 Milliarden US-Dollar ab, in dessen Rahmen OpenAI 750 Megawatt an Cerebras-Infrastruktur einsetzen will. Im März 2026 folgte eine Partnerschaft mit Amazon Web Services, über die AWS-Kunden künftig Zugang zur Cerebras-Technologie erhalten. Der Umsatz des Unternehmens wuchs 2025 um rund 76 Prozent auf 510 Millionen US-Dollar, wobei etwa 70 Prozent auf Hardwareverkäufe und der Rest auf Cloud-Dienste entfielen. Bemerkenswert ist die Entwicklung beim Ergebnis. Nach einem Verlust von fast einer halben Milliarde Dollar im Vorjahr erzielte Cerebras 2025 erstmals einen Nettogewinn von rund 238 Millionen Dollar. Historisch war das Unternehmen stark von Kunden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abhängig, der Technologiekonzern G42 machte 2024 noch 85 Prozent des Umsatzes aus. Dieser Anteil sank 2025 deutlich auf 24 Prozent, was auf eine breitere und gesündere Kundenbasis hindeutet (Reuters).
Der Börsengang: Ein Meilenstein für die KI-Branche
Medienberichten zufolge ging Cerebras am 14. Mai 2026 unter dem Tickersymbol CBRS an der Nasdaq-Börse an den Start und übertraf dabei sämtliche Erwartungen. Demnach wird berichtet, dass das Unternehmen seine Aktien zu einem Preis von 185 US-Dollar ausgab, nachdem die ursprüngliche Preisspanne mehrfach angehoben worden war. Bereits zum Handelsstart schoss der Kurs auf 350 Dollar, ein Plus von 90 Prozent. Insgesamt sammelte Cerebras rund 5,5 Milliarden Dollar ein. Beobachter bezeichneten den Börsengang als den größten im Halbleiterbereich aller Zeiten und als wichtigen Stimmungstest für die Bewertung von KI-Unternehmen an den öffentlichen Märkten. CEO Andrew Feldman, der Berichten zufolge rund 4,6 Prozent der Unternehmensanteile hält, wurde durch den Börsengang auf einen Schlag zum Milliardär. Trotz der Euphorie bleiben Herausforderungen bestehen. Die Bewertung ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 130 extrem hoch, der Markt wird weiterhin von Nvidia dominiert, und Cerebras muss beweisen, dass es seine Wachstumsdynamik langfristig aufrechterhalten kann. Doch eines steht fest, das Unternehmen aus Sunnyvale hat sich in Rekordzeit vom unbekannten Startup zu einem ernstzunehmenden Herausforderer im globalen KI-Wettlauf entwickelt (Reuters).
Turbo-Optionsscheine Open-End auf Cerebras Systems Inc
Risiken
Emittenten- / Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.
Erhöhtes Verlustrisiko:
Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).
Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:
Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.
Währungsrisiko:
Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.
Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.