Rekordzahlen bei SAAB: 21 % Umsatzplus, volle Auftragsbücher
Saab ist das Unternehmen hinter dem Gripen-Kampfjet, dem Carl-Gustaf-Panzerabwehrsystem und einem wachsenden Portfolio an Radar- und U-Boot-Systemen. Lange Zeit galt Saab als ein unauffälliges, gut laufendes schwedisches Industrieunternehmen, das außerhalb der Rüstungsbranche kaum Beachtung fand. Das änderte sich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Seitdem steht Saab im Fokus der Öffentlichkeit und gilt als einer der bedeutendsten Verteidigungswerte Europas. Die Erwartungen an jeden Quartalsbericht sind entsprechend hoch. Der vorliegende Bericht zum ersten Quartal 2026 ist dabei besonders aufschlussreich: Er ist der erste echte Test, ob das Unternehmen das außergewöhnliche Wachstumstempo aus dem Jahr 2025 halten kann – einem Jahr, in dem die organischen Verkäufe um 26 Prozent zulegten.
Es gibt keine Anzeichen für eine Abschwächung des Wachstums
Die wichtigste Erkenntnis dieses Berichts: Saab erzielte im ersten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 23,6 Prozent. Das ist kein Zufall oder ein einmaliger Aufholeffekt, sondern deutet auf eine Fortsetzung des Trends hin. Der Gesamtumsatz erreichte 19,2 Milliarden Schwedische Kronen, ein Plus von 21 Prozent. Der operative Gewinn, also der Gewinn nach Betriebsaufwendungen, aber vor Zinsen und Steuern, stieg um 32 Prozent, wodurch sich die operative Marge von 9,2 auf 10,0 Prozent verbesserte. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten zweistelliges Umsatzwachstum. Diese breite Dynamik deutet auf strukturelle Nachfrage hin und nicht auf einen einzelnen Großauftrag.
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Zentrale Kennzahlen im Überblick
Der Auftragsbestand, also der Gesamtwert bereits gewonnener, aber noch nicht abgearbeiteter Aufträge, liegt bei 274 Milliarden SEK, gegenüber 189 Milliarden SEK vor einem Jahr. Diese Kennzahl verschafft Saab eine verlässliche Planungsgrundlage für künftige Umsätze: Beim aktuellen Auslieferungstempo entspricht das mehr als drei Jahren gesicherter Auslastung. Der Bereich Surveillance, zu dem unter anderem das Radarsystem Giraffe 1X gehört, steigerte seinen Umsatz um 32 Prozent und den operativen Gewinn um 52 Prozent, ein Hinweis darauf, dass die höheren Volumina nun spürbar auf die Margen durchschlagen. Dynamics, zuständig für Raketen und bodengebundene Waffensysteme, erhöhte seine operative Marge von 14,7 auf 17,5 Prozent, ein starkes Profitabilitätsniveau für einen Munitionshersteller. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,65 SEK nach zuvor 2,35 SEK. Laut dem Q1-Bericht wurde die Aktie am 22. April bei 564,80 SEK gehandelt. Das Ergebnis je Aktie auf Basis der letzten zwölf Monate beträgt damit 11,98 SEK und bildet eine solide Grundlage für jede Bewertungsdiskussion.
SAAB (in SEK) Kursentwicklung der letzten 12 Monate
SAAB (in SEK) Kursentwicklung der letzten 5 Jahre
Die missverstandene Schlagzeile – und was sie wirklich bedeutet
Auf den ersten Blick wirken die Auftragseingänge schwach, doch bei näherer Betrachtung ist der Rückgang vor allem dem Vorjahresvergleich geschuldet. Die Auftragseingänge sanken um 5 Prozent auf 18,2 Milliarden SEK, verglichen mit 19,1 Milliarden SEK im Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2025 gab es ungewöhnlich viele Großaufträge über jeweils mehr als 1 Milliarde SEK. Ohne diese Ausreißer sind die mittelgroßen Aufträge tatsächlich um 28 Prozent gewachsen. Das Book-to-Bill-Verhältnis, neue Auftragseingänge im Verhältnis zum erzielten Umsatz, lag bei 0,95. Das bedeutet: Saab hat in diesem Quartal etwas mehr ausgeliefert, als neu hereingekommen ist. Auf diesem Niveau ist das Verhältnis unauffällig und kein Warnsignal. Der Auftragsbestand blieb mit 274 Milliarden SEK zudem nahezu unverändert gegenüber dem Jahresende.
Verteidigungsausgaben in einer neuen Phase – Saab ist gut aufgestellt
Die europäischen NATO-Mitglieder stehen unter anhaltendem politischen Druck, ihre Verteidigungsausgaben auf 2 Prozent des BIP und darüber hinaus zu steigern, mehrere Länder streben inzwischen 3 Prozent an. Saab bedient genau diese Kundengruppe, und die gut gefüllte Projektpipeline lässt darauf schließen, dass der Auftragseingang hoch bleiben dürfte. Zum 1. April hat das Unternehmen zudem einen neuen Geschäftsbereich namens Naval gegründet, in dem die U-Boot- und Marineelektronikaktivitäten gebündelt werden. Das ist nicht nur eine organisatorische Maßnahme, sondern auch ein strategisches Signal: Saab positioniert sich für eine Phase, in der maritime Kriegsführung, insbesondere U-Boot-Fähigkeiten, zu einem der nächsten großen Schwerpunkte europäischer Verteidigungsinvestitionen werden könnte. Die laufenden Vertragsverhandlungen mit Polen über ein U-Boot-Programm der nächsten Generation verleihen dieser Entwicklung zusätzliche kurzfristige Brisanz (Quelle: Saab AB, Zwischenbericht Q1 2026, veröffentlicht am 23. April 2026.).
Zwei Faktoren, die die Aktie bewegen könnten
Der erste Faktor ist die Margenentwicklung. Saabs mittelfristiges Ziel, den operativen Gewinn schneller wachsen zu lassen als den Umsatz, wurde im aktuellen Quartal erreicht. Sollte sich dieser Trend in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, dürfte das Analysten veranlassen, ihre Gewinnschätzungen nach oben zu revidieren. Der zweite Faktor ist der mögliche U-Boot-Auftrag aus Polen. Eine Vertragsunterzeichnung im Jahr 2026 könnte ein Programm im Wert von mehreren zehn Milliarden Kronen zum ohnehin hohen Auftragsbestand hinzufügen und eine rasche Marktreaktion auslösen. Das sind die zwei zentralen Entwicklungen, die im weiteren Jahresverlauf besonders im Blick zu behalten sind.
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