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Weltraumwirtschaft: schwerelos, innovativ und wachstumsstark

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9. Apr. 2026 | 6 Minuten zu lesen
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Junge Mit Teddybär

Neben staatlichen Agenturen drängen private Unternehmen verstärkt in die Weiten des Universums. Anwendungen aus den Bereichen Infrastruktur, Kommunikation, Datenübertragung und Erdbeobachtung gewinnen immer mehr an Bedeutung und lassen diesen speziellen Sektor stark wachsen. Der Space Economy zieht zunehmend das Interesse von Investoren auf sich. Hier könnte ein mögliches IPO von SpaceX, dem Raketen- und Satellitenunternehmen des US-Milliardärs Elon Musk, das Interesse an diesem Markt verstärken. Schon jetzt bringt der Solactive Space Technology Index börsennotierte Schlüsselunternehmen aus der Weltraumwirtschaft zusammen.

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Am 12. Februar 2026 wurde in Französisch-Guyana europäische Weltraumgeschichte geschrieben. Vom Weltraumbahnhof Kourou hob die Ariane 64 ab. Die Trägerrakete beförderte – erstmals ausgestattet mit vier Boostern – 32 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn. Auftraggeber der Mission VA267 war Amazon.com. Der E-Commerce-Gigant baut sein satellitenbasiertes Internetnetzwerk «Leo» aus. In weniger als zwei Stunden hatte die 62 Meter hohe Schwerlastrakete ihre Fracht auf eine Höhe von rund 465 Kilometern befördert. Nach diesem erfolgreichen Flug sind 17 weitere Starts für das Leo-Programm geplant. 

Während die Ariane an der Nordostküste Südamerikas vor den Augen zahlreicher Schaulustiger mustergültig in den Orbit flog, kam es im mehrere tausend Kilometer nördlich gelegenen Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida zu einer Verzögerung. Frühestens Anfang Februar hätte dort der Countdown für «Artemis II» anlaufen können. Die vierköpfige Crew befand sich bereits in Quarantäne. Doch bei den letzten Tests gab es Probleme, unter anderem mit der Heliumanlage. Die SLS-Rakete (Space Launch System) musste zurück in den Hangar. Falls es der US-Weltraumbehörde NASA gelingt, die Mängel zu beheben, könnte die Mission noch bis Ende April starten. Im Rahmen von «Artemis II» sollen die Astronauten auf einem zehntägigen Flug den Mond umkreisen. Es wäre die erste bemannte Reise zum Erdtrabanten seit mehr als fünf Jahrzehnten.

Wettlauf zum Mond

Die beiden Beispiele stehen exemplarisch für die Aufbruchstimmung in der globalen Weltraumwirtschaft. Auf der einen Seite drängen immer mehr private Unternehmen in die Weiten des Universums. Der technologische Fortschritt und die fallenden Kosten für Raketenstarts treffen hier auf eine steigende Nachfrage nach kommerziellen Dienstleistungen wie Kommunikation, Datentransfer und Erdbeobachtung. Gleichzeitig ist das Interesse der öffentlichen Hand an der Erforschung des Weltraums ungebrochen. Im vergangenen Dezember hat US-Präsident Donald Trump per Dekret die Rückkehr der Amerikaner auf den Mond angekündigt. 2028 sollen Astronauten dort landen. Die USA befinden sich hier in einem Wettlauf mit China – Peking arbeitet ebenfalls an einer bemannten Mond-Mission.

Um dieses Rennen zu gewinnen, nimmt Washington viel Geld in die Hand. Laut Zahlen der Space Foundation erreichte die globale Weltraumwirtschaft 2024 ein Volumen von knapp 613 Milliarden US-Dollar. Mehr als ein Zehntel davon entfiel auf das Space-Budget der USA. Dominiert wurde dieser spezielle Markt jedoch von kommerziellen Applikationen und Dienstleistungen (siehe Grafik "Ein vielseitiger Markt"). Das Wachstum ist enorm: 2024 war die "Space Economy" 42 Prozent größer als vier Jahre zuvor. Die Space Foundation geht davon aus, dass die weltweiten Umsätze 2032 die Schallmauer von einer Billion Dollar erreichen (siehe Grafik "Eine optimistische Prognose").

Globale Weltraumwirtscha‹ nach Segmenten (in Milliarden USD) Stand: Juli 2025
Globale Weltraumwirtschaft (in Milliarden USD) Stand: Juli 2025

Rekordhohe Kapitalaufnahme

Die positiven Aussichten für die Space Economy haben das Interesse von Investoren geweckt. 2025 erreichten die weltweiten Finanzierungen für Unternehmen der Weltraumwirtschaft laut einer Auswertung von Space Capital die Rekordsumme von 55.3 Milliarden US-Dollar. Nach Ansicht der New Yorker Venture Capital-Firma wurde die Weltraumwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren vor allem von Versprechungen definiert. «Im kommenden Jahrzehnt wird sie vom Nutzen bestimmt werden», blicken die Experten nach vorne. Space Capital skizziert mehrere Trends. Neben dem Wettlauf zum Mond und der Bedeutung des Alls für Verteidigung und Sicherheit zählt dazu der Bereich Rechenzentren. Im Zuge des Booms bei der Künstlichen Intelligenz (KI) werden die weltweiten Kapazitäten massiv ausgebaut. Dabei entpuppt sich vor allem der benötige Strom als Flaschenhals. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr ein verstärktes Interesse an orbitalen Rechenzentren und weltraumgestützter Solarenergie entsteht. Allerdings liege dabei die große Chance nicht darin, einfach Rechner in das All zu schießen. Vielmehr gehe es darum, weltraumbasierte Anlagen für die Steuerung und Optimierung terrestrischer Energienetze zu nutzen. 

Als weiteren Treiber bezeichnet Space Capital den möglichen Börsengang von SpaceX – die Weltraumfirma von Elon Musk plant ein IPO. In den vergangenen Jahren hat SpaceX sein Satelitennetzwerk Starlink massiv ausgebaut. Heute zählt der Internetdienst mehr als zehn Millionen Nutzer. Das Unternehmen steht zudem in einer engen Verbindung mit der NASA. SpaceX soll die Landefähre für den bemannten Trip zum Mond liefern. Obwohl Entwicklung und Bau des «Starships» zäh vorankommen, dürfte die Begeisterung der Wall Street groß sein. Space Capital hält einen «Netscape-Moment» für möglich. Der gleichnamige Internetprovider hatte 1995 sein Debüt gegeben und damit für viele Technologieunternehmen den Weg auf das Börsenparkett geebnet. Laut Space Capital könnte ein SpaceX-IPO «eine branchenweite Neubewertung erzwingen, Space als skalierbare Anlageklasse bestätigen und das Liquiditätsereignis liefern, auf das institutionelle Anleger gewartet haben.»

Zuletzt haben sich die Hinweise auf einen bevorstehenden Börsengang von SpaceX verdichtet. Für Aufsehen sorgte Elon Musk Anfang Februar, als er mit SpaceX sein KI-Startup xAI übernahm. Auf diese Weise brachte der reichste Mensch der Welt das Raketen- und Satellitenunternehmen unter ein Dach mit dem Entwickler des Chatbots Grok. Über die gemeinsame Nutzung von Rechenleistung, Daten und Entwicklungskapazitäten kann Musk die KI-Entwicklung beschleunigen und seine Ambitionen bei der längerfristigen Verlagerung von Rechenzentren in den Weltraum unterstreichen. Überdies lieferte der Deal einen wichtigen Fingerzeig für die Bewertung von SpaceX. Das Unternehmen soll auf eine Billion Dollar taxiert worden sein. Bei einem Börsengang könnte SpaceX unbestätigten Meldungen zufolge sogar einen Marktwert von rund 1.5 Billionen Dollar erreichen. Sollte SpaceX tatsächlich das im Raum stehende IPO-Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar erreichen, käme einer der größten Börsengänge der Geschichte auf die Wall Street zu.

Systematische Aktienauswahl

Wie auch immer: SpaceX ist ein heißer Kandidat für die Aufnahme in den Solactive Space Technology Index. In diesem thematischen Gradmesser kommen Unternehmen zusammen, die im Bereich Weltraum- und Raumfahrttechnologie aktiv sind. Für die Zusammensetzung und Berechnung ist die Solactive AG verantwortlich. Der Dienstleister mit Sitz in Frankfurt klopft das Indexuniversum – es umfasst Aktien aus Europa, Australien, Japan und Nordamerika – nach quantitativen Kriterien ab. Neben einer Kapitalisierung von mindestens 750 Millionen US-Dollar zählt dazu eine durchschnittlicher täglicher Handelsumsatz von wenigstens zwei Millionen Dollar über einen Zeitraum von drei Monaten.

Im nächsten Schritt macht sich der Dienstleister mit Hilfe eines Sprachalgorithmus auf die Suche nach Unternehmen mit einer signifikanten Positionierung in der Space Economy. Dabei kann es sich um Spezialisten für raumfahrtbezogene Technologien wie beispielsweise Satelliten- und Trägersysteme genauso handeln, wie um Dienstleister oder Akteure aus anderen Space-Tech-Geschäftsfeldern. Am Ende des systematischen und datenbasierten Auswahlprozesses stehen 20 Aktien, die aufgrund ihrer Geschäftsaktivitäten als führend in diesem aufstrebenden Sektor eingestuft werden. Zweimal jährlich, jeweils Anfang März und Anfang September, kommt der Index auf den Prüfstand. Zum Rebalancing wird auch die Gewichtung der enthaltenen Aktien auf einen gleich hohen Anteil angepasst. 

Rocket Lab: prall gefülltes Auftragsbuch

Im Solactive Space Technology Index tummelt sich eine Reihe von aussichtsreichen Weltraumspezialisten: Beispiel Rocket Lab. Das US-Unternehmen schickt von der neuseeländische Halbinsel Mahia und einem Startplatz auf Wallops Island, im US-Bundesstaat Virginia, die «Electron» in den Orbit. Diese Trägerrakete befördert bis zu 300 kg schwere Ladungen in niedrige Erdumlaufbahnen. Staatliche Raumfahrtagenturen und Sicherheitsbehörden sorgen zusammen mit privaten Kunden für prall gefüllte Auftragsbücher: Ende 2025 bewegte sich der Orderbestand mit 1.85 Milliarden US-Dollar um annähernd drei Viertel über dem zwölf Monate zuvor erreichten Niveau. Rocket Lab arbeitet zudem an der «Neutron», einer wiederverwertbaren Rakete, die noch schwerere Lasten transportieren soll. Auf diese Weise möchte sich das Unternehmen neue Wachstumsfelder erschließen. Außerdem zählen Satellitenkomponenten und Raumfahrtsysteme zum Spektrum von Rocket Lab.

Allerdings kostet der Innovationsdrang viel Geld. 2025 sind die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen um 55 Prozent gestiegen. Dadurch blieb das Unternehmen – trotz einer Umsatzsteigerung von gut einem Drittel – tief in den roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Minus von knapp 200 Millionen US-Dollar. Rocket Lab ist also ein Musterbeispiel für die Chancen und Risiken der Space Economy. Die zunehmende Kommerzialisierung des Weltraums lässt die Geschäfte florieren. Dem stehen hohe Kosten sowie ein enormer Konkurrenzdruck gegenüber. 

Airbus: gebündelte Kräfte

Umso sinnvoller ist der Ansatz des Solactive Space Technology Index, die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. In der Benchmark sind neben "Pure Plays" wie Rocket Lab breit aufgestellte Industriekonzerne enthalten. Das gilt auch und gerade für Airbus. Der europäische Luft- und Raumfahrtriese betreibt die eingangs erwähnte Ariane Group als Joint Venture mit dem französischen Safran. Gerade ist Airbus dabei, den Rivalen aus den USA auch im Bereich Satelliten stärker die Stirn zu bieten. Zusammen mit Leonardo aus Italien und der französischen Thales möchte der Branchenriese ein europäisches Raumfahrtunternehmen gründen. 2027 soll das Joint Venture mit 25 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 6.5 Milliarden Euro an den Start gehen. Schon jetzt spielt Airbus für die «Artemis»-Mission eine wichtige Rolle. Am Standort in Bremen wurde das Europäische Servicemodul (ESM) entwickelt und montiert. Es ist 13 Tonnen schwer und soll die Astronauten mit Energie, Wasser und Sauerstoff versorgen. Die am ESM angebrachten 33 Triebwerke liefern den nötigen Schub, damit die Crew Flugmanöver im Weltall durchführen kann.

Apropos Schub: Mit einem Partifikationszertifikat können sich Anleger den Solactive Space Technology Index einfach und kosteneffizient in das Portfolio holen. Sie erhalten dadurch eine Möglichkeit, das Momentum dieses Wirtschaftszweiges systematisch, flexibel und kosteneffizient zu nutzen. 

Solactive Space Technology Index NTR

Solactive Space Technology Index NTR Wertentwicklung seit Einführung 18.05.2021

Partizipationszertifikat auf den Solactive Space Technology Index NTR

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Risiken

Emittenten- / Bonitätsrisiko:

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Erhöhtes Verlustrisiko:

Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).

Festes Laufzeitende:

Die hierin genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit. Dies führt zur Beendigung der Anlage und Rückzahlung des aktuellen Werts zu dem bestimmten Termin. Die Zertifikate können nicht darüber hinaus gehalten werden. Es besteht kein Kapitalschutz für die hierin genannten Zertifikate.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:

Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Marktrisiko:

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Währungsrisiko:

Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

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