Ölpreis-Schock in der Luftfahrt: Wer zahlt die Rechnung?
Der Nahost-Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zu einer Achterbahnfahrt der Ölpreise geführt. In der Folge haben sich die Kerosinpreise in einigen Märkten stark erhöht. Doch der Kostenschock trifft nicht alle Fluggesellschaften gleichermaßen. Während europäische Fluggesellschaften ihre Treibstoffkosten größtenteils abgesichert haben, stehen US-Airlines dem Preisanstieg nahezu ungeschützt gegenüber.
Geschlossene Lufträume, explodierende Kosten
Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar 2026 wurden über 37 000 Flüge von und in den Nahen Osten gestrichen (Reuters, 09.03.2026). Iran, Irak, Israel, Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate sperrten ihre Lufträume. Die Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha fielen zeitweise komplett aus. Emirates, Qatar Airways und Etihad, die zusammen rund ein Drittel aller Passagiere auf Strecken von Europa nach Asien befördern, mussten ihren Betrieb drastisch einschränken (Reuters, 09.03.2026). Gleichzeitig ist die Straße von Hormus blockiert, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert werden (Reuters, 23.01.2026).
Die operative Belastung für Fluggesellschaften geht weit über Flugausfälle hinaus. Airlines müssen Routen umleiten, zusätzliche Treibstoffreserven mitführen und Zwischenstopps einplanen. Treibstoff macht typischerweise ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus. Laut Subhas Menon, Vorsitzender der Vereinigung der Asia-Pacific-Airlines, erhöht sich der Kerosinpreis, wenn der Rohölpreis um 20 Prozent steigt, um ein Vielfaches davon (Reuters, 09.03.2026).
Hedging-Kluft zwischen den Kontinenten
Die unterschiedliche Verwundbarkeit der Branche zeigt sich bei Absicherungsgeschäften gegen Preisanstiege. Europäische und asiatische Fluggesellschaften wie Air France-KLM, Cathay Pacific oder die Lufthansa-Gruppe sichern sich aktiv gegen Preisfluktuationen ab. So hat die Lufthansa ihre Treibstoffkosten für 2026 zu rund 80 Prozent über Derivate abgesichert (FuW, 06.03.2026). US-amerikanische Airlines hingegen haben diese Praxis in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitgehend aufgegeben. Southwest Airlines, lange einer der aktivsten Absicherer der Branche, beendete diese Praxis im Jahr 2025 mit der Begründung, sie sei kostspielig und unzuverlässig (airliners.de, 09.03.2026).
Die finanziellen Konsequenzen können erheblich ausfallen. So erhöht sich bei Delta Air Lines jeder zusätzliche Cent pro Gallone Kerosin die jährlichen Treibstoffkosten um rund 40 Millionen US-Dollar, bei American Airlines um 50 Millionen (airliners.de, 09.03.2026). Insgesamt drohen den vier größten US-Carriern bei anhaltend hohen Preisen somit zusätzliche Treibstoffkosten von 5,8 Milliarden US-Dollar (airliners.de, 09.03.2026). Als historisches Beispiel bietet sich das Jahr 2005 an, als Delta und Northwest Airlines nach einem Kerosinpreisschock infolge der Hurrikane Katrina und Rita Insolvenz anmelden mussten (Aerotime, 01.05.2020).
Wie es weitergehen könnte
Die unmittelbaren Kursreaktionen folgten prompt: Europäische, US-amerikanische und asiatische Airlines verloren allesamt deutlich (VZ VermögensZentrum, 09.03.2026). Doch diese Gleichförmigkeit dürfte bei anhaltend hohen Ölpreisen nicht bestehen bleiben. Abgesicherte europäische Gesellschaften wie die Lufthansa-Gruppe, die solide operative Zahlen für 2025 vorlegte und für 2026 weiteres Wachstum in Aussicht stellte, verfügen über einen zeitlich begrenzten, aber relevanten Kostenpuffer. Zudem profitieren sie davon, dass der Ausfall nahöstlicher Drehkreuze die Nachfrage nach Direktflügen steigert: Qantas meldete, dass ihre Europa-Flüge im März zu über 90 Prozent ausgelastet waren, verglichen mit üblicherweise 75 Prozent. Cathay Pacific richtete zusätzliche Flüge nach London und Zürich ein (Global Banking & Finance Review, 10.03.2026).
Somit ergibt sich folgende Lage: Die Hedging-Strategie könnte für europäische Fluggesellschaften kurzfristig zu einem Differenzierungsmerkmal werden. Während nicht abgesicherte US-Fluggesellschaften dem Ölpreis stärker ausgesetzt sind, besitzen abgesicherte europäische und asiatische Gesellschaften einen gewissen Puffer. Zwar können steigende Ticketpreise einen Teil der Mehrkosten kompensieren, doch bei zu hohen Preisen droht ein Nachfragerückgang, insbesondere bei preissensiblen Freizeitreisenden (Reuters, 09.03.2026). Solange der Ausgang des Konflikts und damit die Dauer des Ölpreisschocks ungewiss bleiben, bleiben die Risiken zentral.
Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) auf Air France-KLM, Delta Air Lines Inc., Deutsche Lufthansa AG
Risiken
Emittenten- / Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.
Festes Laufzeitende:
Die hierin genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit. Dies führt zur Beendigung der Anlage und Rückzahlung des aktuellen Werts zu dem bestimmten Termin. Die Zertifikate können nicht darüber hinaus gehalten werden. Es besteht kein Kapitalschutz für die hierin genannten Zertifikate.
Korrelationsrisiko:
Protect Multi Aktienanleihen beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.
Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:
Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.
Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.
Währungsrisiko:
Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.
Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.