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Ausbau von KI-Rechenzentren: Erste Risse im Boom oder gesunde Konsolidierung?

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29. Okt. 2026 | 3 Minuten zu lesen
Bild von einem Arbeiter aus einem Datacenter vor Servern

Kaum ein Bereich der Technologiewirtschaft wächst derzeit schneller als die Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Rechenzentren, Netzwerktechnik und Energieversorgung bilden das Fundament für immer leistungsfähigere KI-Modelle. Schätzungen von Goldman Sachs zufolge könnten die großen Hyperscaler bereits im Jahr 2027 rund 1,4 Billionen US-Dollar an Kapital investieren (Goldman Sachs, 18.09.2026). Während die Nachfrage nach Rechenleistung hoch bleibt und die Investitionen weiter zunehmen, achten Anleger jedoch zunehmend auf die Wirtschaftlichkeit dieser Projekte. Jüngste Entwicklungen rund um Oracle und den Börsengang der Elice Group deuten darauf hin, dass neben dem Wachstum nun verstärkt Finanzierung, Kapitalrendite und die langfristige Tragfähigkeit der Investitionen in den Fokus rücken.

Der Markt hinterfragt die Wirtschaftlichkeit von KI-Investitionen

In den vergangenen Wochen häuften sich Meldungen, die darauf hindeuten, dass Investoren die Wirtschaftlichkeit von KI-Infrastrukturprojekten zunehmend kritisch hinterfragen.

Neben der Finanzierung großer Infrastrukturprojekte rückte zuletzt auch die Frage in den Fokus, wie Investoren einzelne Geschäftsmodelle im Umfeld von KI-Rechenzentren bewerten. Ein Beispiel dafür ist das südkoreanische Unternehmen Elice Group, das auf modulare und portable Rechenzentren spezialisiert ist. Der Börsengang verlief zunächst deutlich schwächer als erwartet. Laut Reuters verlor die Aktie am ersten Handelstag rund 32 Prozent und verzeichnete damit den schwächsten ersten Handelstag eines Börsengangs in der Geschichte des südkoreanischen Aktienmarktes (Reuters, 20.10.2026). Zwar können einzelne Börsengänge kaum als Indikator für die Verfassung einer gesamten Branche dienen und der Aktienkurs hat sich nach dem Handelsstart rasch erholt (CNBC, 21.10.2026). Dennoch zeigt der Fall, dass Investoren inzwischen stärker zwischen einzelnen Geschäftsmodellen unterscheiden und nicht jedes Unternehmen mit Bezug zum KI- oder Rechenzentrumsthema automatisch mit hohen Bewertungen versehen.

Keines dieser Beispiele spricht zwangsläufig gegen die langfristigen Wachstumsaussichten des Sektors. Sie unterstreichen jedoch, dass der Ausbau von KI-Infrastruktur mit erheblichen Investitionen, Finanzierungsrisiken und operativen Herausforderungen verbunden ist. Genau in einem solchen Umfeld kann es für Anleger interessant sein, Unternehmen entlang verschiedener Stufen der Wertschöpfungskette zu betrachten.

Oracle: Profiteur steigender Rechenzentrumsnachfrage

Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt Oracle. Medienberichten zufolge berief sich das Unternehmen im Zusammenhang mit dem sogenannten Jupiter-Projekt auf eine Force-Majeure-Klausel, um Zahlungen zu verschieben (Reuters, 24.09.2026). Die Entwicklung sollte zwar nicht als Rückzug des Konzerns aus dem Projekt interpretiert werden, verdeutlicht jedoch die Komplexität großer Rechenzentrumsvorhaben. Der Bau moderner KI-Infrastruktur erfordert nicht nur enorme Investitionen, sondern auch eine präzise Abstimmung von Finanzierung, Energieversorgung, Hardware-Lieferketten und Baufortschritt.

Oracle hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend als Cloud- und Infrastrukturanbieter positioniert. Während das Unternehmen lange vor allem für seine Datenbanken bekannt war, spielen heute Cloud-Dienste und Rechenzentrumskapazitäten eine immer wichtigere Rolle.

Die Dynamik zeigt sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stiegen die Umsätze der Cloud Infrastructure um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar (Oracle Q1 FY27 Earnings Presentation, September 2026). Damit zählt Oracle zu den Unternehmen, die unmittelbar vom steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung profitieren könnten. Gleichzeitig verfügt der Konzern über eine große Bestandskundenbasis sowie langjährige Beziehungen zu Unternehmen und Behörden. Sollte die Nachfrage nach KI-Diensten weiter dynamisch wachsen, könnte das Cloud-Geschäft des Unternehmens zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Grafik: die Kursentwicklung des Unternehmens Oracle Corp. über fünf Jahre in USD

Bonus Cap Zertifikat auf Oracle Corp.

Bonus Cap Zertifikat
Oracle Corp.
ISIN DE000BE1J615
Bonusbetrag: 150,00 USDLaufzeit: 17.06.2027
-1,05%

Mini Futures auf Oracle Corp.

Mini-Future
Oracle Corp.
ISIN DE000VU2LWX7
LongHebel: 3,40
-8,87%
Mini-Future
Oracle Corp.
ISIN DE000BE1R2V6
LongHebel: 6,75
-16,82%
Mini-Future
Oracle Corp.
ISIN DE000BD61HM9
ShortHebel: 6,36
+23,41%
Mini-Future
Oracle Corp.
ISIN DE000BD61GY6
ShortHebel: 4,02
+13,30%

Vertiv: Die Schaufeln im Goldrausch

Während viele Investoren auf KI-Modelle, Halbleiter oder Cloud-Plattformen blicken, nimmt Vertiv eine andere Rolle innerhalb des Ökosystems ein. Das Unternehmen bietet Stromversorgungs-, Kühlungs- und Infrastrukturtechnik für Rechenzentren an.

Gerade dieser Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung. Moderne KI-Chips benötigen deutlich mehr Energie als frühere Chipgenerationen und erzeugen gleichzeitig erheblich mehr Wärme. Die Anforderungen an Stromversorgung, Kühlung und Energieeffizienz steigen daher kontinuierlich.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen wider. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Vertiv seinen Umsatz um 24 Prozent auf 3,27 Milliarden US-Dollar und hob gleichzeitig seine Jahresprognose an (Vertiv Second Quarter 2026 Results Presentation, Juli 2026). Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren weiterhin hoch bleibt.

Vertiv profitiert nicht davon, welches KI-Modell sich letztlich durchsetzt oder welcher Cloud-Anbieter Marktanteile gewinnt. Das Unternehmen verdient vielmehr am Ausbau der zugrunde liegenden Infrastruktur. Unabhängig davon, ob die Gewinner der KI-Revolution Nvidia, Microsoft, Oracle oder andere Technologiekonzerne heißen, werden neue Rechenzentren leistungsfähige Kühlungs- und Stromversorgungssysteme benötigen.

Grafik, die die Entwicklung des Aktienpreises vom Vertiv Holdings über fünf Jahre in USD abbildet

Open-End Turbo Optionsscheine auf Vertiv Holdings Co

Turbo-Optionsschein Open-End
Vertiv Holdings Co
ISIN DE000BE1FWW7
CallHebel: 4,80
0,00%
Turbo-Optionsschein Open-End
Vertiv Holdings Co
ISIN DE000BE1M6P4
CallHebel: 5,81
+0,72%
Turbo-Optionsschein Open-End
Vertiv Holdings Co
ISIN DE000BD6BU38
PutHebel: 6,03
0,00%
Turbo-Optionsschein Open-End
Vertiv Holdings Co
ISIN DE000BD57RD5
PutHebel: 4,25
-0,43%

Wachstum allein reicht nicht mehr

Der Ausbau der globalen KI-Infrastruktur bleibt ein bedeutender langfristiger Wachstumstrend. Die jüngsten Entwicklungen rund um Oracle und Elice zeigen jedoch, dass dieser Boom nicht frei von Herausforderungen ist. Hohe Investitionssummen, komplexe Projektstrukturen und steigende Finanzierungsanforderungen könnten den Ausbau zeitweise bremsen oder verteuern.

Für Anleger könnten Oracle und Vertiv dennoch interessante Unternehmen bleiben, um die Entwicklung der KI-Infrastruktur zu beobachten. Während Oracle vom steigenden Bedarf an Cloud- und Rechenzentrumskapazitäten profitiert, liefert Vertiv die technische Infrastruktur für moderne Rechenzentren. Beide Unternehmen nehmen damit unterschiedliche Positionen entlang der KI-Wertschöpfungskette ein.

Risiken

Emittenten- / Bonitätsrisiko:

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Erhöhtes Verlustrisiko:

Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).

Festes Laufzeitende:

Die hierin genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit. Dies führt zur Beendigung der Anlage und Rückzahlung des aktuellen Werts zu dem bestimmten Termin. Die Zertifikate können nicht darüber hinaus gehalten werden. Es besteht kein Kapitalschutz für die hierin genannten Zertifikate.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:

Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Marktrisiko:

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Währungsrisiko:

Da die Währung des als Basiswert zugrundeliegenden Index nicht Euro ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in anderen Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Besondere Risiken von Hebelprodukten:

Hebelprodukte sind komplexe Finanzinstrumente. Aufgrund der Hebelwirkung können Gewinne und Verluste überproportional ausfallen. Bei Knock-Out-Produkten kann bereits eine kurzfristige Marktbewegung zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Wichtige Hinweise:

Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.