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Wenn sichere Häfen ins Wanken geraten: Gold und Franken als Alternative zu Staatsanleihen

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14. Okt. 2026 | 4 Minuten zu lesen
Mehrere übereinander gestapelte Goldbarren in Nahaufnahme

Politische Spannungen, geopolitische Konflikte und steigende Staatsverschuldung sorgen derzeit für Unruhe an den Kapitalmärkten. Gleichzeitig haben die Renditen langfristiger Staatsanleihen in mehreren Industrieländern Niveaus erreicht, die zuletzt vor Jahrzehnten zu beobachten waren. Das wirft eine ungewöhnliche Frage auf: Beginnen Anleger, die Risiken von Staaten kritischer zu bewerten als in der Vergangenheit? Für Anleger wäre dies von großer Bedeutung. Denn sollte sich die Wahrnehmung der Sicherheit von Staatsanleihen verändern, könnten auch andere Anlageklassen stärker in den Fokus rücken.

Staatsanleihen unter Beobachtung

In der Eurozone lag die jährliche Inflationsrate im September 2026 nach Angaben der Europäischen Kommission bei 3,8 Prozent (European Commission, 02.10.2026). Nachdem die Teuerung seit März wieder angestiegen war, reagierte die Europäische Zentralbank mit Zinserhöhungen im Juni und September 2026 (Europäische Zentralbank, 11.06.2026, 10.09.2026). Gleichzeitig stehen viele Industrieländer vor der Herausforderung, hohe Schuldenstände zu finanzieren und erhebliche Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und Industriepolitik zu stemmen.

Vor diesem Hintergrund fällt eine Entwicklung besonders auf: Die Renditen langfristiger Staatsanleihen sind in mehreren wichtigen Volkswirtschaften auf Niveaus gestiegen, die zuletzt vor Jahrzehnten erreicht wurden. In Frankreich rentierte die zehnjährige Staatsanleihe Anfang Oktober bei 4,96 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2002. Neben dem allgemein höheren Zinsniveau belastet dort auch die politische Unsicherheit das Anlegervertrauen (extraETF, 06.10.2026). Hinzu kommt die hohe Staatsverschuldung: Die Verbindlichkeiten Frankreichs beliefen sich im Jahr 2025 auf insgesamt rund 3,46 Billionen Euro (Statista, 18.08.2026). Diese Kombination könnte dazu beitragen, dass Anleger für französische Staatsanleihen einen höheren Risikoaufschlag verlangen.

Auch in Großbritannien sind die Renditen deutlich gestiegen. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen überschritt Anfang Oktober die Marke von 6 Prozent und erreichte mit 6,07 Prozent den höchsten Stand seit 1998 (Yahoo Finance UK, 01.10.2026). Nach Einschätzung von Morningstar spiegelt dies unter anderem strukturelle Veränderungen am britischen Anleihemarkt wider. So nimmt die Nachfrage traditioneller Käufer wie leistungsorientierter Pensionsfonds ab, während durch die Bilanzverkürzung der Bank of England zusätzliche Anleihen vom privaten Markt aufgenommen werden müssen. Gleichzeitig haben die Marktverwerfungen rund um den britischen Minihaushalt im Jahr 2022 die Sensibilität der Investoren gegenüber politischer Unsicherheit nachhaltig erhöht. In Phasen erhöhter Unsicherheit verlangen Anleger daher heute offenbar einen höheren Risikoaufschlag als noch vor einigen Jahren (Morningstar, 21.09.2026).

In den USA setzte sich der Aufwärtstrend der Renditen ebenfalls fort. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erreichte Anfang Oktober mit 5,29 Prozent den höchsten Stand seit April 2002, während die Rendite 30-jähriger Treasuries mit 5,66 Prozent auf den höchsten Stand seit Mai 2002 kletterte (CNBC, 06.10.2026). Dass die Renditen in mehreren großen Volkswirtschaften gleichzeitig derart hohe Niveaus erreichen, ist bemerkenswert. Normalerweise würden Anleger in Zeiten politischer Unsicherheit, geopolitischer Konflikte und wirtschaftlicher Risiken verstärkt Staatsanleihen kaufen, wodurch deren Renditen sinken. Die aktuelle Entwicklung deutet hingegen darauf hin, dass Investoren zunehmend auch die langfristigen Folgen hoher Schuldenstände, politischer Unsicherheit und steigender Finanzierungskosten in ihre Bewertungen einbeziehen. Die Frage lautet damit nicht mehr nur, wie sich Inflation und Wirtschaftswachstum entwickeln werden, sondern auch, welchen Risikoaufschlag Anleger künftig für die Finanzierung von Staaten verlangen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Anlageklassen an Bedeutung, die außerhalb des klassischen Staatsanleihenmarktes liegen und andere Stabilitätsmerkmale bieten. 

Grafik, die die Entwicklung der Rendite der 10 jährigen britischen, französischen und amerikanischen Staatsanleihe zeigt

Gold als Alternative zum staatlichen Kreditversprechen

Eine mögliche Antwort liefert Gold. Das Edelmetall nimmt im Finanzsystem eine Sonderstellung ein. Anders als eine Anleihe ist Gold weder von der Bonität eines Staates noch von der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens abhängig. Es besitzt kein Ausfallrisiko und wird deshalb seit Jahrhunderten als Wertspeicher genutzt.

Seine Rolle wird besonders in Zeiten sichtbar, in denen Anleger das Vertrauen in Papierwährungen oder Staatsfinanzen hinterfragen. 

Während eine Staatsanleihe einen Kredit an einen Staat darstellt und damit von dessen finanzieller Leistungsfähigkeit abhängt, ist Gold kein Zahlungsversprechen eines Schuldners. Sein Wert beruht vielmehr auf Angebot und Nachfrage sowie seiner Rolle als weltweit akzeptierter Wertspeicher.

Gerade deshalb könnte das Edelmetall in einem Umfeld steigender politischer, geopolitischer und fiskalischer Risiken an Bedeutung gewinnen. Bemerkenswert ist zudem, dass Gold in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 130 Prozent zugelegt hat und damit viele traditionelle Anlageklassen deutlich hinter sich ließ (finanzen.net, abgerufen am 07.10.2026).

Für Anleger ist Gold daher nicht nur eine Absicherung gegen Inflation, sondern zunehmend auch gegen politische Unsicherheit und mögliche Vertrauensverluste im Finanzsystem.

Grafik, die die Entwicklung des Goldpreises über die letzten 5 Jahre in USD anzeigt

Der Schweizer Franken als Stabilitätsanker

Neben Gold könnte auch der Schweizer Franken zu den Profiteuren eines solchen Szenarios gehören. Die Schweiz genießt seit Jahrzehnten den Ruf eines politisch stabilen Landes mit vergleichsweise soliden Staatsfinanzen und einer Notenbank, die Preisstabilität traditionell besonders hoch gewichtet (Schweizerische Nationalbank). 

Während viele Staaten mit steigender Verschuldung und erhöhtem Inflationsdruck konfrontiert sind, schätzen internationale Investoren diese Verlässlichkeit. Der Franken stellt damit eine interessante Alternative für Anleger dar, die Sicherheit suchen, ohne unmittelbar in Staatsanleihen zu investieren.

Wenn Sicherheit neu definiert wird

Die vergangenen Jahrzehnte waren von der Annahme geprägt, dass Staatsanleihen der wichtigste sichere Hafen der Kapitalmärkte sind. Die aktuellen Entwicklungen werfen jedoch die Frage auf, ob dieser Sonderstatus dauerhaft Bestand haben wird.

Noch ist offen, ob es sich lediglich um eine vorübergehende Marktphase oder um einen längerfristigen Wandel handelt. Auffällig ist jedoch, dass steigende Renditen, hohe Schuldenstände, politische Spannungen und geopolitische Risiken inzwischen gleichzeitig auftreten. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die viele Jahre kaum gestellt wurde: Welche Vermögenswerte suchen Anleger auf, wenn Staatsanleihen selbst zunehmend als Risikofaktor wahrgenommen werden?

Gold und der Schweizer Franken könnten in einem solchen Umfeld zu den Profiteuren zählen. Beide stehen für unterschiedliche Formen von Stabilität und bieten Anlegern eine Alternative zu traditionellen Zufluchtsorten. Allerdings unterliegen auch Gold und der Schweizer Franken Wertschwankungen und können sich je nach Marktumfeld unterschiedlich entwickeln. Genau deshalb lohnt es sich, ihre Entwicklung in den kommenden Jahren besonders aufmerksam zu verfolgen.

Dennoch ist zu berücksichtigen, dass politische Entwicklungen, geopolitische Konflikte, künftige Inflationsverläufe oder Veränderungen der Staatsverschuldung kaum zuverlässig vorherzusagen sind. Gerade diese Faktoren dürften jedoch maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie Anleger die Risiken von Staatsanleihen künftig bewerten und welche Vermögenswerte sie als sichere Häfen bevorzugen.

Ebenso bleibt offen, ob die aktuell gestiegenen Renditen tatsächlich Ausdruck eines strukturellen Vertrauensverlusts in Staatsanleihen sind oder vielmehr das Ergebnis einer vorübergehenden Anpassung an das aktuelle Inflations- und Zinsumfeld. Staatsanleihen könnten ihre Rolle als bevorzugter sicherer Hafen künftig ebenso wieder festigen. Welche Vermögenswerte Anleger langfristig als besonders verlässlich ansehen werden, lässt sich daher zum heutigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Umso wichtiger ist es, mögliche Chancen stets im Zusammenhang mit den damit verbundenen Risiken zu betrachten. 

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Emittenten- / Bonitätsrisiko:

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Erhöhtes Verlustrisiko:

Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).

Festes Laufzeitende:

Die hierin genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit. Dies führt zur Beendigung der Anlage und Rückzahlung des aktuellen Werts zu dem bestimmten Termin. Die Zertifikate können nicht darüber hinaus gehalten werden. Es besteht kein Kapitalschutz für die hierin genannten Zertifikate.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko:

Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Marktrisiko:

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Hinweise:

Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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