Österreichische Industrie zwischen West- und Osteuropa
Österreich verbindet aufgrund seiner geografischen Lage und historisch gewachsenen Handelsbeziehungen die etablierten Märkte Westeuropas mit Mittel- und Osteuropa. Unternehmen wie STRABAG, Wienerberger und voestalpine verfügen über eine breite europäische Präsenz und sind in unterschiedlichen Bereichen der Bau-, Infrastruktur- und Industrieentwicklung aktiv. Langfristige Investitionen in Verkehr, Energie und Versorgung könnten diese Position stärken. Zusätzliche Impulse könnte ein künftiger Wiederaufbau der Ukraine liefern, dessen Bedarf die Weltbank für 2026 bis 2035 auf rund 587,7 Mrd. US-Dollar schätzt (World Bank, RDNA5 2026).
STRABAG: Infrastruktur mit starkem CEE-Bezug
Innerhalb des Unternehmenskreises weist STRABAG die stärkste unmittelbare Verbindung zu Mittel- und Osteuropa auf. Das Segment „South + East“ umfasst Österreich, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien sowie weitere Länder Südosteuropas. Mit einem Umsatz von rund 7,2 Mrd. Euro im Jahr 2025 ist es nahezu so groß wie das Segment „North + West“ und damit ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells (STRABAG Geschäftsbericht 2025).
Besonders dynamisch entwickelten sich zuletzt Polen und Tschechien. Die Leistung stieg 2025 in Polen um 11 % und in Tschechien um 9 %. Gleichzeitig ist STRABAG auch in Deutschland stark vertreten und verbindet damit west- und osteuropäische Infrastrukturmärkte (STRABAG Geschäftsbericht 2025).
Ein zusätzlicher langfristiger Faktor könnte der Wiederaufbau der Ukraine sein. Die Weltbank schätzt den Bedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung bis 2035 auf rund 587,7 Mrd. US-Dollar. Allein auf den Transportsektor entfallen rund 96 Mrd. US-Dollar, unter anderem für Straßen, Schienen, Brücken und Logistikinfrastruktur (World Bank, RDNA5 2026).
Für STRABAG ergeben sich daraus Anknüpfungspunkte aufgrund der bestehenden Kompetenz im Infrastruktur- und Verkehrswegebau. Dabei handelt es sich jedoch um einen potenziellen langfristigen Markt und nicht um bereits gesicherte Aufträge. Auch die bestehende Geschäftsentwicklung zeigt Chancen und Risiken: Trotz des Wachstums in mehreren CEE-Märkten war die Ergebnisentwicklung des Segments „South + East“ 2025 rückläufig, unter anderem aufgrund von Belastungen im österreichischen Baugeschäft und in einzelnen osteuropäischen Märkten (STRABAG Geschäftsbericht 2025).
Wienerberger: Baustoffe und Infrastruktur für eine modernisierte Region
Auch Wienerberger verfügt mit „Europe East“ über ein eigenes Berichtssegment für die mittel- und osteuropäischen Märkte. Mit einem Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2025 besitzt die Region eine wesentliche Bedeutung für den Konzern (Wienerberger Geschäftsbericht 2025).
Das Produktportfolio reicht über den klassischen Wohnungsbau hinaus und umfasst Lösungen für Gebäude sowie Wasser-, Abwasser-, Energie- und Gasinfrastruktur. Damit ist Wienerberger neben dem Neubau auch in Renovierung und Versorgungsinfrastruktur positioniert (Wienerberger Geschäftsbericht 2025).
Auch beim möglichen Wiederaufbau der Ukraine bestehen konkrete Anknüpfungspunkte. Die Weltbank schätzt den langfristigen Bedarf im ukrainischen Wohnungssektor auf rund 90 Mrd. US-Dollar. Ende 2025 waren laut RDNA5 rund 14 % des ukrainischen Wohnungsbestands beschädigt oder zerstört (World Bank, RDNA5 2026).
Wienerberger hat selbst auf eine mögliche Rolle beim Wiederaufbau hingewiesen und dabei insbesondere Produktionsstandorte in Nachbarländern sowie verfügbare Kapazitäten bei Ziegeln, Dachprodukten, Pflasterprodukten und Kunststoffrohren hervorgehoben (Wienerberger, Unternehmensangaben 2025).
Gleichzeitig bleibt Wienerberger von der europäischen Baukonjunktur abhängig. Das operative Ergebnis im Segment „Europe East“ lag 2025 leicht unter dem Vorjahresniveau. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen unter anderem höhere Energie- und Personalkosten (Wienerberger Geschäftsbericht 2025).
voestalpine: Globale Diversifikation innerhalb des Unternehmenskreises
Eine andere Rolle übernimmt voestalpine. Das Unternehmen ist weniger als klassische CEE-Aktie zu betrachten und deutlich internationaler aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte der Konzern rund 15 Mrd. Euro Umsatz und verfügt neben seiner europäischen Präsenz über bedeutende Aktivitäten in Nordamerika und Asien (voestalpine Geschäftsbericht 2025/26).
Damit ergänzt voestalpine die stärker CEE-orientierte Perspektive von STRABAG und Wienerberger um eine globale industrielle Komponente. Über das Produktportfolio bestehen zugleich Verbindungen zu langfristigen Infrastrukturinvestitionen. Das Unternehmen ist unter anderem in den Bereichen Stahl, Metallverarbeitung und Bahnsysteme tätig; Schienen, Weichen und technische Spezialprodukte können Bestandteile von Verkehrs-, Energie- und Industrieprojekten sein (voestalpine Geschäftsbericht 2025/26).
Auch beim möglichen Wiederaufbau der Ukraine ergeben sich dadurch Anknüpfungspunkte. Neben dem Transportsektor sieht die Weltbank langfristige Bedarfe von rund 91 Mrd. US-Dollar im Energiesektor und rund 63 Mrd. US-Dollar im Bereich Handel und Industrie (World Bank, RDNA5 2026).
Der Einfluss des Wiederaufbaus auf voestalpine sollte allerdings nicht überschätzt werden. Die Geschäftsentwicklung wird wesentlich stärker von globalen Industriezyklen, Stahl- und Energiepreisen, der Automobilindustrie sowie internationalen Handelsströmen beeinflusst. Gerade diese globale Aufstellung unterscheidet voestalpine von den beiden stärker CEE-orientierten Unternehmen.
Der Ukraine-Faktor als möglicher langfristiger Katalysator
Der mögliche Wiederaufbau der Ukraine verbindet unterschiedliche Aspekte der drei Unternehmen. Die größten von der Weltbank identifizierten Bedarfsfelder – insbesondere Transport, Energie und Wohnungsbau – überschneiden sich mit wesentlichen Tätigkeitsbereichen von STRABAG, Wienerberger und voestalpine (World Bank, RDNA5 2026).
STRABAG könnte von Infrastrukturprojekten wie Straßen-, Brücken- und Schienenbau profitieren. Wienerberger wäre insbesondere bei Wohnungsbau, Gebäudehüllen sowie Wasser- und Versorgungsinfrastruktur positioniert. voestalpine verfügt über Produkte und Technologien für Bahn-, Energie- und Industrieinfrastruktur.
Entscheidend ist jedoch, diese Entwicklung als langfristiges Potenzial und nicht als bereits gesicherten Umsatztreiber zu betrachten. Die tatsächliche Umsetzung hängt unter anderem von der weiteren Entwicklung des Krieges, der Sicherheitslage, der Finanzierung sowie politischen Entscheidungen und konkreten Ausschreibungen ab (World Bank, RDNA5 2026).
Chancen und Risiken
Für die drei Unternehmen sprechen etablierte Marktpositionen, unterschiedliche Geschäftsmodelle und eine breite geografische Aufstellung. STRABAG verfügt über eine besonders ausgeprägte Präsenz in CEE und SEE, Wienerberger verbindet Baustoffe mit Wasser- und Energieinfrastruktur, während voestalpine eine global diversifizierte Industriekomponente einbringt.
Darüber hinaus könnten langfristige Investitionen in europäische Infrastruktur, Energieversorgung, Renovierung und Dekarbonisierung unabhängig vom Ukraine-Konflikt für zusätzliche Nachfrage sorgen.
Demgegenüber stehen der weiterhin unsichere Verlauf des Krieges sowie die Frage, wann und in welchem Umfang Wiederaufbauprojekte tatsächlich finanziert und ausgeschrieben werden. Auch hoher Investitionsbedarf führt nicht automatisch zu zusätzlichen Umsätzen bei den drei Unternehmen. Hinzu kommen Wettbewerbsrisiken sowie die Abhängigkeit von der europäischen Baukonjunktur, Rohstoff- und Energiepreisen und der globalen Industrienachfrage. Aus dem geschätzten Wiederaufbaubedarf lässt sich kein unmittelbarer Rückschluss auf zukünftige Umsätze einzelner Unternehmen ziehen.
Multi Aktienanleihe mit Barriere auf STRABAG AG, Voestalpine AG und Wienerberg AG
Das Wichtigste in Kürze
STRABAG, Wienerberger und voestalpine verbinden unterschiedliche Bereiche der österreichischen Industrie mit einer breiten europäischen und teilweise globalen Präsenz. Während STRABAG insbesondere von seiner starken Position in Mittel-, Ost- und Südosteuropa profitiert, steht Wienerberger für Baustoffe sowie Gebäude-, Wasser- und Energieinfrastruktur. voestalpine ergänzt den Korb um einen international aufgestellten Industrie- und Technologiekonzern mit Aktivitäten in zahlreichen Endmärkten.
Damit decken die drei Unternehmen unterschiedliche Bereiche langfristiger europäischer Investitionstrends ab. Der mögliche Wiederaufbau der Ukraine könnte diesen Entwicklungen zusätzlichen Rückenwind verleihen, insbesondere in den Bereichen Transport, Energie und Wohnungsbau. Gleichzeitig bleibt der tatsächliche wirtschaftliche Effekt von der weiteren Entwicklung des Krieges, der Finanzierung und der konkreten Vergabe von Wiederaufbauprojekten abhängig.
Risiken
Emittenten- / Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.
Festes Laufzeitende:
Die hierin genannten Zertifikate haben eine feste Laufzeit. Dies führt zur Beendigung der Anlage und Rückzahlung des aktuellen Werts zu dem bestimmten Termin. Die Zertifikate können nicht darüber hinaus gehalten werden. Es besteht kein Kapitalschutz für die hierin genannten Zertifikate.
Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.
Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.
Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.