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Zwischen Hype und Halbleitern: Die neue Ordnung im Smartphone Markt

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15. Sep. 2026 | 3 Minuten zu lesen
Grossvater lächelt sein Tablet an und ist draussen vor Holztüre

Ein zusammengeklapptes Handy in der Grösse eines Reisepasses, ein anderes, das sich zu einem Tablet öffnet: So präsentierten sich am 7. September 2026 die neuesten Smartphones aus China. Xiaomi und Huawei hatten damit ein Zeichen gesetzt, kurz bevor Apple seine neue iPhone Generation vorstellte. Am 9. September war klar, wie Apple darauf reagierte: Der Konzern präsentierte mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Smartphone. Dahinter zeichnet sich eine grundsätzliche Verschiebung ab: Wer einen größeren Teil der eigenen Chipentwicklung und Lieferkette kontrolliert, könnte sich damit einen strategischen Vorteil verschaffen, der über ein einzelnes Produkt hinausgeht.

Die chinesische Antwort kommt zuerst

Xiaomi zeigte mit dem "18 Fold" ein Gerät, das im gefalteten Zustand kaum grösser ist als ein Reisepass, sich aber vollständig geöffnet für drei parallel laufende Apps eignet. Herzstück ist ein selbst entwickelter Prozessor, kombiniert mit Speicherchips des einheimischen Herstellers CXMT. Huawei ging mit dem doppelt faltbaren "Mate XT2" noch einen Schritt weiter: Ausgeklappt nähert sich der Bildschirm der Größe eines kleinen Tablets, auch hier stammt die komplette Chiparchitektur aus eigener Produktion (FuW, 07.09.2026). 

Dass beide Konzerne dabei explizit den gestiegenen Preisdruck bei Speicherchips ansprachen, ist bezeichnend. Ein Einstiegspreis von 1 540 US-Dollar bei Xiaomi und 2 980 US-Dollar bei Huawei zeigt, wohin die Reise gehen könnte: Faltbare Geräte dürften offenbar nicht in erster Linie hohe Stückzahlen bringen, sondern höhere Margen. Noch hält Samsung mit dem Galaxy Z Fold8 die Führung im globalen Faltsegment, in China allein kommt Huawei laut Branchenbeobachtern aber bereits auf einen Marktanteil von 68 Prozent (FuW, 07.09.2026). 

Apple faltet spät

Apple hat die Antwort inzwischen geliefert. Am Mittwochabend, dem 9. September 2026, präsentierte der neue CEO John Ternus mit dem iPhone-Duo das erste faltbare iPhone. Damit steigt Apple in einen Markt ein, den andere Hersteller bereits seit Jahren bearbeiten. Samsung stellte bereits 2019 ein massentaugliches Faltbares vor, auch Huawei, Xiaomi und Honor sind mit entsprechenden Geräten vertreten. Apple übernimmt damit nicht die Rolle des Innovators, sondern die des Nachzüglers (Reuters, 09.09.2026). 

Das iPhone Duo lässt sich zusammengeklappt wie ein gewöhnliches iPhone nutzen und öffnet sich zu einem Gerät in der Größe eines iPad Mini. In der Schweiz liegt der Preis je nach Ausführung zwischen 1 999 und 3 199 Fr. (FuW, 10.09.2026). Damit liegt das Duo preislich ungefähr auf dem Niveau eines iPhones und eines iPad Mini zusammen. Wegen der hohen Speicherpreise infolge des KI-Ausbaus hatten Analysten allerdings mit stärkeren Aufschlägen gerechnet. Viele Apple Produkte waren bereits in diesem Sommer teils um mehr als 30 Prozent teurer geworden (FuW, 10.09.2026). 

Der späte Einstieg muss für Apple jedoch kein Nachteil sein. Schon bei Smartphones, Tablets oder Kopfhörern hat der Konzern gezeigt, dass er nicht zwingend der Erste sein muss, um einen Markt zu prägen.

Auch die Erwartungen der Analysten sind hoch. UBS rechnet im ersten Jahr nach dem Verkaufsstart am 23. Oktober mit rund 10 Millionen verkauften iPhone-Duo-Geräten. Zum Vergleich: Apple verkauft jährlich rund 250 Millionen iPhones. Gemessen am gesamten iPhone-Geschäft bliebe das Faltmodell damit zunächst ein Nischenprodukt. Wegen des hohen Preises könnte es für Apple dennoch zu einem wichtigen Umsatz und Margentreiber werden. Laut den Marktforschern von IDC könnte Apples Eintritt in das Segment der Faltbaren zudem zum Katalysator für die gesamte Gerätekategorie werden. Obwohl der Verkauf erst Ende Oktober beginnt, soll Apple demnach bereits 44 Prozent der weltweiten Erlöse mit faltbaren Smartphones im Gesamtjahr auf sich ziehen (FuW, 10.09.2026). 

Warum das Timing kein Zufall sein dürfte

Dass gleich zwei große chinesische Hersteller kurz vor der größten Bühne der Branche neue Faltmodelle präsentieren, lässt sich kaum als Zufall abtun. Gleichzeitig zeigt der Trend zur eigenen Chipentwicklung, dass sich ein Teil der Wertschöpfungskette innerhalb Chinas neu verankern könnte, weg von externen Spezialisten und hin zu vertikal integrierten Konzernen. Diese Entwicklung dürfte unabhängig davon bestehen bleiben, wie Apple sich auf dem Markt positioniert (FuW, 08.09.2026). 

Dass Apple nun ebenfalls auf den Formfaktor setzt, hat zudem mit der Entwicklung des klassischen iPhones zu tun. Das iPhone 18 Pro ist seinem Vorgänger äußerlich zum Verwechseln ähnlich. Neu sind vor allem Farben, Chip und Kamera. Die Entwicklung des klassischen Smartphone Designs dürfte damit zunehmend ausgereizt sein. Der Formfaktor bietet noch einen der wenigen verbliebenen Spielräume für einen sichtbaren Technologiesprung (FuW, 10.09.2026). 

Mehr als ein neues iPhone

Dabei geht es für Ternus nicht nur um das Falt-iPhone. Apple muss gleichzeitig im Bereich Künstlicher Intelligenz aufholen. Das zeigte sich bereits an der Präsentation: Laut einer Auswertung des Online-Tools Buzznote wurden Begriffe rund um Apple Intelligence häufiger genannt als Hardwarebegriffe (FuW, 10.09.2026). 

Apple stützt Siri inzwischen auf Google Technik, um im KI-Rennen nicht weiter zurückzufallen. Viele der gezeigten KI-Funktionen klangen gut, doch ähnlich überzeugend waren bereits die Versprechen beim ersten grossen KI-Vorstoß vor zwei Jahren. In der Schweiz ist Siri AI vorerst nur auf Englisch verfügbar, in der EU gar nicht. Die Überarbeitung von Siri könnte für Ternus damit zu einer wichtigen Bewährungsprobe werden (Reuters, 08.09.2026). Der Wettbewerb könnte sich damit zunehmend von der Frage verschieben, wer das attraktivste Smartphone baut, hin zur Frage, wer die entscheidenden Technologien dahinter kontrolliert. 

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Risiken

Emittenten- / Bonitätsrisiko:

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Erhöhtes Verlustrisiko:

Wegen der Hebelwirkung besteht bei Hebelprodukten, wie z.B. bei den hierin genannten Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures, ein erhöhtes Verlustrisiko (Totalverlustrisiko).

Marktrisiko:

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

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