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Ölpreis-Schock in der Luftfahrt: Wer zahlt die Rechnung?

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16. März 2026 | 2 Minuten
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Flugzeugtriebwerk

Der Nahost-Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat den Ölpreis zu einer Achterbahnfahrt der Ölpreise geführt. In der Folge. haben sich die Kerosinpreise in einigen Märkten stark erhöht. Doch der Kostenschock trifft nicht alle Fluggesellschaften gleichmässig. Während europäische Fluggesellschaften ihre Treibstoffkosten grösstenteils abgesichert haben, stehen US-Airlines dem Preisanstieg nahezu ungeschützt gegenüber.

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Geschlossene Lufträume, explodierende Kosten

Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar 2026 wurden über 37 000 Flüge von und in den Nahen Osten gestrichen (Reuters, 09.03.2026). Iran, Irak, Israel, Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate sperrten ihre Lufträume. Die Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha fielen zeitweise komplett aus. Emirates, Qatar Airways und Etihad, die zusammen rund ein Drittel aller Passagiere auf Strecken von Europa nach Asien befördern, mussten ihren Betrieb drastisch einschränken (Reuters, 09.03.2026). Gleichzeitig ist die Strasse von Hormus blockiert, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert werden (Reuters, 23.01.2026). 

Die operative Belastung für Fluggesellschaften geht weit über Flugausfälle hinaus. Airlines müssen Routen umleiten, zusätzliche Treibstoffreserven mitführen und Zwischenstopps einplanen. Treibstoff macht typischerweise ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus. Laut Subhas Menon, Vorsitzender der Vereinigung der Asia-Pacific-Airlines, erhöht sich der Kerosinpreis, wenn der Rohölpreis um 20 Prozent steigt, um ein Vielfaches davon (Reuters, 09.03.2026).  

Hedging-Kluft zwischen den Kontinenten

Die unterschiedliche Verwundbarkeit der Branche zeigt sich bei Absicherungsgeschäften gegen Preisanstiege. Europäische und asiatische Fluggesellschaften wie Air France-KLM, Cathay Pacific oder die Lufthansa-Gruppe sichern sich aktiv gegen Preisfluktuationen ab. So hat die Lufthansa ihre Treibstoffkosten für 2026 zu rund 80 Prozent über Derivate abgesichert (FuW, 06.03.2026). US-amerikanische Airlines hingegen haben diese Praxis in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitgehend aufgegeben. Southwest Airlines, lange einer der aktivsten Absicherer der Branche, beendete diese Praxis im Jahr 2025 mit der Begründung, sie sei kostspielig und unzuverlässig (airliners.de, 09.03.2026). 

Die finanziellen Konsequenzen können erheblich ausfallen. So erhöht sich bei Delta Air Lines jeder zusätzliche Cent pro Gallone Kerosin die jährlichen Treibstoffkosten um rund 40 Millionen US-Dollar, bei American Airlines um 50 Millionen (airliners.de, 09.03.2026). Insgesamt drohen den vier grössten US-Carriern bei anhaltend hohen Preisen somit zusätzliche Treibstoffkosten von i 5,8 Milliarden US-Dollar (airliners.de, 09.03.2026). Als historisches Beispiel bietet sich das Jahr 2005 an, als Delta und Northwest Airlines nach einem Kerosinpreisschock infolge der Hurrikane Katrina und Rita Insolvenz anmelden mussten (Aerotime, 01.05.2020). 

Wie es weitergehen könnte

Die unmittelbaren Kursreaktionen folgten prompt: Europäische, US-amerikanische und asiatische Airlines verloren allesamt deutlich (VZ VermögensZentrum, 09.03.2026). Doch diese Gleichförmigkeit dürfte bei anhaltend hohen Ölpreisen nicht bestehen bleiben. Abgesicherte europäische Gesellschaften wie die Lufthansa-Gruppe, die solide operative Zahlen für 2025 vorlegte und für 2026 weiteres Wachstum in Aussicht stellte, verfügen über einen zeitlich begrenzten, aber relevanten Kostenpuffer. Zudem profitieren sie davon, dass der Ausfall nahöstlicher Drehkreuze die Nachfrage nach Direktflügen steigert: Qantas meldete, dass ihre Europa-Flüge im März zu über 90 Prozent ausgelastet waren, verglichen mit üblicherweise 75 Prozent. Cathay Pacific richtete zusätzliche Flüge nach London und Zürich ein (Global Banking & Finance Review, 10.03.2026). 

Somit ergibt sich somit folgende Lage: Die Hedging-Strategie könnte für europäische Fluggesellschaften kurzfristig zu einem Differenzierungsmerkmal werden. Während nicht abgesicherte US-Fluggesellschaften sind dem Ölpreis stärker ausgesetzt sind, besitzen abgesicherte europäische und asiatische Gesellschaften einen gewissen Puffer. Zwar können steigende Ticketpreise einen Teil der Mehrkosten kompensieren, doch bei zu hohen Preisen droht ein Nachfragerückgang, insbesondere bei preissensiblen Freizeitreisenden (Reuters, 09.03.2026). Solange der Ausgang des Konflikts und damit die Dauer des Ölpreis-Schocks ungewiss bleiben, bleiben die Risiken zentral.

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