Bitcoin & Ethereum: Kaufen, wenn die Kanonen donnern?
«Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen» ist eine berühmte Börsenweisheit und Prinzip des antizyklischen Investierens, das in schwierigen Zeiten empfiehlt, gegen die negative Marktstimmung zu handeln. Der Krypto-Markt hat in den letzten Monaten eine deutliche Korrektur erlebt, mit spürbaren Kursrückgängen bei Bitcoin und Ethereum. Doch stellt sich die Frage: Ist dies eine Chance, von den langfristigen Potenzialen dieser digitalen Assets zu profitieren oder könnte der Abwärtstrend weiter anhalten?
Bitcoin: Rücksetzer im langfristigen Aufwärtstrend?
Bitcoin erreichte sein Rekordhoch im Oktober 2025. Auf Sicht der letzten 12 Monate hat der Kurs jedoch einen Rückgang von 27,6 Prozent verzeichnet (Stand: 23.02.2026, in US-Dollar, finanzen.net). Die Ursachen für diesen Rücksetzer sind vielfältig: Gewinnmitnahmen, makroökonomische Unsicherheiten und eine zurückhaltende Haltung institutioneller Investoren haben den Kurs belastet. Solche Rückgänge sind im Krypto-Markt jedoch keine Seltenheit. Bitcoin hat in der Vergangenheit immer wieder Korrekturen durchlebt und sich bisher anschliessend erholt.
Doch auch die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs bleibt bestehen, insbesondere wenn wirtschaftliche Unsicherheiten wie steigende Zinsen oder eine schwächere Nachfrage von institutionellen Anlegern weiterhin eine Rolle spielen. Die hohe Volatilität des Marktes, beeinflusst durch technologische Entwicklungen, geopolitische Ereignisse und die Schwankungen der globalen Wirtschaft, sorgt dafür, dass der Kurs weiterhin stark schwanken kann.
Ethereum: Technologische Basis, aber hohe Volatilität
Auch Ethereum hat im vergangenen Jahr eine erhebliche Korrektur durchlebt, mit einem Kursrückgang von 23,7 Prozent (Stand: 23.02.2026, in US-Dollar, finanzen.net). Trotz dieser Rückgänge bleibt Ethereum eine der wichtigsten Plattformen für Smart Contracts und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi). Die Konkurrenz durch Blockchains wie Binance Smart Chain, Solana und Avalanche ist jedoch gewachsen, da diese Plattformen in Bereichen wie Transaktionsgeschwindigkeit und Gebühren Vorteile bieten.
Dennoch bleibt die zugrunde liegende Technologie von Ethereum ein wichtiger Bestandteil des DeFi-Ökosystems. Die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung und die grosse Entwicklergemeinschaft sichern seine langfristige Relevanz. Die aktuellen Kursrückgänge könnten daher für langfristige Investoren eine Gelegenheit darstellen, Ethereum zu attraktiveren Preisen zu erwerben, vor allem, wenn man an die zukünftige Entwicklung der Technologie glaubt.
Antizyklisches Handeln als strategischer Ansatz
Antizyklisches Investieren bedeutet, Chancen in negativen Marktphasen zu ergreifen, wenn die Stimmung pessimistisch ist. Der Rückgang bei Bitcoin und Ethereum könnte eine solche Gelegenheit sein, aber auch das Risiko weiterer Kursrückgänge bleibt real. Krypto-Märkte sind von Natur aus volatil, und diese Volatilität kann durch technologische Neuerungen, geopolitische Ereignisse oder regulatorische Eingriffe noch verstärkt werden. Wer in den Krypto-Markt eintritt, muss sich der Unsicherheiten und Risiken bewusst sein, auch wenn der langfristige Trend positiv bleiben könnte.
Trotz gesunkener institutioneller Zuflüsse sind die fundamentalen Treiber für Kryptowährungen weiterhin intakt: die zunehmende Akzeptanz, die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung und die wachsende regulatorische Klarheit in vielen Regionen. Diese Faktoren sprechen weiterhin für das Potenzial der digitalen Assets.
Risiken bei antizyklischem Investieren im Krypto-Markt
Trotz der Chancen, die eine Korrektur bietet, dürfen die Risiken nicht unterschätzt werden. Die hohe Volatilität bleibt ein zentrales Risiko im Krypto-Markt. Auch wenn der Markt in der Vergangenheit Erholungen erlebt hat, ist es nicht sicher, dass sich die aktuellen Rückgänge wieder umkehren. Eine Verschärfung der wirtschaftlichen Bedingungen, wie etwa steigende Zinsen oder geopolitische Spannungen, könnte die Marktstimmung weiter belasten. Regulatorische Eingriffe stellen ebenfalls eine ständige Bedrohung dar, da strengere Vorschriften oder Handelsbeschränkungen den Markt negativ beeinflussen könnten. Zudem könnten neue, schnellere und günstigere Blockchain-Plattformen wie Solana oder Avalanche die Stellung von Bitcoin und Ethereum langfristig gefährden.
Fazit: Wenn Unsicherheit zur Chance wird
«Kaufen, wenn die Kanonen donnern» – dieser Ansatz kann auch im Krypto-Markt eine wertvolle Strategie sein. Es erfordert den Mut, gegen die allgemeine Marktstimmung zu handeln und Schwächephasen als Chance für langfristiges Wachstum zu betrachten. Wer an die Zukunft von Bitcoin und Ethereum glaubt, könnte in dieser Korrektur eine Gelegenheit für antizyklisches Investieren sehen. Doch die hohe Volatilität und die Unsicherheit in Bezug auf wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen machen den Einstieg riskant. Es bleibt das Potenzial für Erholung, aber auch das Risiko eines weiteren Rückgangs, wenn sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen nicht stabilisieren.