Investment Idee
Werbung

Auf der Suche nach sicheren Häfen

Logo Vontobel
Vontobel Markets
19. Feb. 2026 | 5 Minuten
Inhalt
Goldbarren

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Silber und Gold als unspektakuläre Alternativen für risikoaverse Investorenkreise galten. Die Kursentwicklung der Edelmetalle verlangte im noch jungen Jahr 2026 bei Anlegern robuste Nerven. Doch nicht nur bei Edelmetallen war in den letzten Wochen und Monaten gehörig Bewegung drin – auch die Devisenmärkte bleiben dynamisch. Während der US-Dollar weiterhin mit Vertrauensverlusten zu kämpfen hat, könnte der Yen nach Jahren der Schwäche wieder an Boden gewinnen.

Inhalt

Wie ist die Lage bei den Edelmetallen?

Am 29. Januar 2026 erreichte der Goldpreis mit knapp 5600 US-Dollar pro Feinunze ein neues Rekordhoch. In den darauffolgenden Handelstagen setzte jedoch eine ausgeprägte Korrektur ein, die den Goldpreis bis Anfang Februar zeitweise auf rund 4500 US-Dollar (am 02. Februar 2026) zurückfallen liess. In der Zwischenzeit konnte sich der Goldpreis wieder gewissermassen Stabilisieren und notiert knapp unter 5000 US-Dollar pro Feinunze (Stand: 19.02.2026, Quelle: TradingView).

Trotz der jüngsten Korrekturen hat sich an den grundlegenden Einflussfaktoren für den Goldpreis bislang wenig geändert. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Aufwärtsphase beim Gold nicht allein wegen hoher Preisniveaus enden sollte, sondern erst dann, wenn die zugrundeliegenden Treiber an Bedeutung verlieren. Dazu zählen aktuell vor allem anhaltende Inflationsrisiken, Erwartungen einer lockereren Geldpolitik in den USA sowie ein geopolitisches Umfeld, das die Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten hochhält (FuW, 05.02.2026).

Bei Silber wirkt die Lage fragiler: Die jüngsten Kursausschläge wurden als Liquiditätsengpass im physischen Handel beschrieben, der die Preisschwankungen verstärkt. Wenn ein grosser Teil der verfügbaren Bestände bereits langfristig gebunden ist und nur noch ein kleiner Anteil tatsächlich frei gehandelt wird, können selbst vergleichsweise geringe zusätzliche Käufe oder Verkäufe deutliche Preisbewegungen auslösen (BusinessInsider, 16.02.2026).

Fundamental bleibt Silber ein Hybrid aus Edel- und Industriemetall. Bei sehr hohen Preisen suchen industrielle Abnehmer oft nach Alternativen, etwa in preissensitiven Anwendungen. Für das Jahr 2026 wird zwar weiterhin ein strukturelles Defizit erwartet, doch gleichzeitig gehen Prognosen davon aus, dass der industrielle Verbrauch leicht sinken könnte, während Investitionsnachfrage einen Teil davon kompensieren könnte (Reuters, 10.02.2026).

Kursentwicklungungen von Silber und Gold im Zeitraum von fünf Jahren

Vertrauen wird zur knappen Währung

Am Devisenmarkt stand dieses Jahr wie schon 2025 vor allem der US-Dollar im Rampenlicht. Seit dem «Liberation Day» im April 2025 verlor der Greenback gegenüber Währungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken an Wert. Hinter dieser Schwäche stand als eine Kombination aus mehreren Faktoren: Das hohe US-Staatsdefizit gilt als Dauerthema, weil es die Frage aufwirft, wie lange sich die Finanzierung ohne spürbare reale Entwertung tragen lässt. Parallel blieb die Inflation hartnäckig nahe 3 Prozent und hält damit den Zielkonflikt der Geldpolitik offen. Sinkt der Leitzins zu früh, könnte das die Teuerung wieder anfachen. Bleibt die Geldpolitik restriktiv, steigen Finanzierungskosten und belasten Wachstum und die Finanzmärkte (cash.ch, 11.02.2026).

Dazu kommt eine politische Komponente: Wiederholte handelspolitische Schocks und geopolitische Eskalationsrisiken hätten das klassische Muster, wonach der US-Dollar in Stressphasen als sicherer Hafen profitiert, zumindest zeitweise verwässert. Stattdessen wurde vermehrt eine Umschichtung aus US-Anlagen in «harte» Werte wie Edelmetalle und in sicherere Währungen beobachtet, weil der Dollar zunehmend selbst als Teil des Risikos wahrgenommen werde (FuW, 03.02.2026). Ein weiterer Belastungsfaktor ist die wiederkehrende Debatte über die Unabhängigkeit der Notenbank, die für die Glaubwürdigkeit einer Leitwährung zentral ist. Hier konnte die Nominierung von Kevin Warsh kurzfristig etwas entlasten, weil sie die Sorge vor einer rein politisch getriebenen Geldpolitik zunächst dämpfte und dem US-Dollar kurzfristig Auftrieb gab (FuW, 05.02.2026).

Kursentwicklung des Währungspaars CHFUSD in den letzten 5 Jahren

Die Stärke des Euros bleibt ein Diskussionsthema. Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar aufwertet, werden Importe, die in US-Dollar fakturiert sind, für Unternehmen und Konsumenten in Europa tendenziell günstiger. Das kann die Inflation drücken und Erwartungen an die Zinsentwicklung beeinflussen.

Aktuell signalisieren die Zins-Terminmärkte vor allem Kontinuität: Für eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Jahresende 2026 wird am Terminmarkt nur eine geringe Wahrscheinlichkeit eingepreist (FuW, 30.01.2026). Entsprechend dürfte der stärkere Euro zwar in der Kommunikation thematisiert werden, aber eher als Einflussfaktor auf die Prognosen, denn als unmittelbares Handlungssignal. Die EZB-Vorsteherin Christine Lagarde betonte zudem wiederholt, dass die Notenbank kein Wechselkursziel verfolge und Kursbewegungen primär über ihre Wirkung auf Inflation und Finanzierungsbedingungen bewerte (Reuters, 05.02.2026).

Entwicklung des Währungspaars CHFEUR im Zeitraum der letzten 5 Jahre

Franken und Yen weiterhin sichere Häfen?

Der Franken zementierte seine Position als Stabilitätsanker. Seit Jahresbeginn konnte der Franken rund 1,9 Prozent gegen den Euro und 2,6 Prozent gegen den US-Dollar zulegen (Stand: 17.02.2026).

Für die SNB ist der Handlungsspielraum eingeschränkt. Devisenmarktinterventionen könnten wegen der US-Beobachtungsliste zu «Währungsmanipulatoren» heikel sein (cash.ch, 11.02.2026). Negativzinsen sind möglich, stossen aber auf hohe Hürden, wie SNB-Präsident Martin Schlegel andeutete (cash.ch, 11.02.2026). Gleichzeitig spricht die Inflationslage derzeit gegen akuten Druck: Die Jahresteuerung lag im Januar bei 0,1 Prozent, Importgüter waren mit -1,5 Prozent im Minus, während die Kerninflation bei 0,5 Prozent blieb (FuW, 13.02.2026). Für die Realwirtschaft bleibt die Lage beruhigend, aber nicht berauschend: Das Schweizer BIP wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent, im Gesamtjahr um 1,4 Prozent, wobei die Industrie stagnierte und Dienstleistungen leicht zulegen konnten (FuW, 16.02.2026).

In Japan kommt zur Währungsfrage eine ausgeprägte Fiskaldebatte hinzu. Das Bruttoinlandprodukt legte im vierten Quartal 2025 auf das Jahr hochgerechnet nur um 0,2 Prozent zu, deutlich weniger als erwartet. Das nährte am Markt die Sorge, dass die Regierung mit neuen Stimuli nachhelfen könnte, obwohl die Staatsfinanzen bereits stark belastet sind (FuW, 16.02.2026). Gleichzeitig verändert sich die Rolle des Yen selbst. Über Jahre hinweg galt die japanische Währung als günstige Finanzierungsquelle, weil die Zinsen deutlich unter jenen anderer Industrieländer lagen. Investoren verschuldeten sich in Yen und investierten das Kapital in höher verzinste Anlagen im Ausland, was den Yen strukturell unter Abwertungsdruck setzte. Wenn Investoren jetzt jedoch frühere Finanzierungspositionen abbauen oder Kapital wieder nach Japan zurückführen sollten, müssen sie Yen zurückkaufen. Diese zusätzlichen Käufe erhöhen die Nachfrage nach der Währung und können den Wechselkurs stützen (FuW, 26.01.2026; Reuters, 07.08.2024).

In der zweiten Februarwoche gewann der Yen an Wert gegenüber Dollar und Euro, nachdem Marktteilnehmer ihre Wetten auf eine weitere Abwertung teilweise zurücknahmen und politische sowie geldpolitische Signale aus Tokio eine stabilere Währungspolitik erwarten liessen (Reuters, 13.02.2026).

Die Geldpolitik trägt zusätzlich zur Nervosität bei, weil sie in Japan besonders eng mit dem Wechselkurs verknüpft ist. Die Bank of Japan beliess den Leitzins zuletzt bei 0,75 Prozent, signalisierte jedoch, dass weitere Anpassungen möglich bleiben, falls sich Inflation und Wirtschaft entsprechend entwickeln. Insgesamt ergibt sich damit ein Umfeld, in dem schwaches Wachstum, hohe Staatsverschuldung und eine mögliche geldpolitische Wende den Wechselkurs stärker in den Mittelpunkt rücken könnte. Sollte sich die Nachfrage nach Yen weiter festigen, könnte dies nicht nur die japanische Währung stabilisieren, sondern auch Kräfteverhältnisse zwischen den klassischen «Safe Haven»-Währungen infrage stellen.

Kursentwicklung des Währungspaars CHFJPY in den letzten 5 Jahren

Der Barrier Reverse Convertible neu gedacht

Angesichts der Achterbahnfahrt an den Edelmetallmärkten könnten sich manche Anleger nach Möglichkeiten sehnen, an deren Entwicklung teilzunehmen, ohne vollständig den Schwankungen einer Direktanlage ausgesetzt zu sein. Neben klassischen Direktanlagen könnten sich hier Strukturierte Produkte anbieten. Mit der Ausweitung des Basiswertuniversums können bei Vontobel nun auch Edelmetalle und auch Währungspaare als Basiswerte für Renditeoptimierungsprodukte eingesetzt werden.

Damit lassen sich typische Eigenschaften dieser Produktkategorie gezielt mit der Preisentwicklung von Edelmetallen oder Währungspaaren kombinieren. Solche Strukturen eignen sich insbesondere für Markterwartungen, die von seitwärtstendierenden oder nur moderat rückläufigen Kursen ausgehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mehrere Basiswerte aus verschiedenen Assetklassen in einem Produkt zu kombinieren, wie beispielsweise den Goldpreis in US-Dollar zusammen mit Aktien von Goldminen-Unternehmen.

Ein beliebtes Instrument ist der Barrier Reverse Convertible (BRC). Dieses Produkt bietet einen fixen Coupon und verfügt gleichzeitig über einen bedingten Risikopuffer in Form einer Barriere. Wird diese während der Laufzeit nicht erreicht oder unterschritten, erhalten Anleger am Laufzeitende den Nennwert zurück, unabhängig davon, wo der Basiswert im Verhältnis zum Ausübungspreis steht. Erst wenn die Barriere berührt wird, sind Investoren vollständig an der weiteren Kursentwicklung beteiligt und tragen entsprechend mögliche Verluste.

Ein beispielhaftes Produkt wie der BRC auf den Basiswert USD per 1 XAU, also auf den in US-Dollar notierten Goldpreis, unterscheidet sich in seinem Aufbau und seiner Funktionsweise nicht von anderen geläufigeren Barrier Reverse Convertibles auf Einzelaktien oder Indizes. Wie bei allen strukturierten Anlagen sollten Anleger auch hier die Risiken berücksichtigen. Neben der Kursentwicklung des Basiswerts spielt insbesondere das Emittentenrisiko eine Rolle, da die Rückzahlung von der Bonität des Herausgebers abhängt. Notiert der Basiswert in einer anderen Währung als die Produktwährung, können ausserdem Wechselkursbewegungen die Rendite beeinflussen, sofern keine Absicherung vorgesehen ist.

Haben Sie Fragen?

Unser Public Distribution Team hilft Ihnen gerne weiter. markets.schweiz@vontobel.com00800 93 00 93 00
Sie erreichen uns telefonisch montags bis freitags, 8:00 - 18:00 Uhr

Markets Newsletter

Markets Newsletter

Abonnieren Sie Informationen über Strukturierte Produkte

Title

Ihre persönlichen Daten werden gemäss der Vontobel Privacy Policy verarbeitet.

Vontobel Markets - Bank Vontobel AG und/oder verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

Bitte lesen Sie diese Information bevor Sie fortfahren, da die auf unserer Webseite enthaltenen Produkte und Dienstleistungen gewissen Personen nicht zugänglich sind. Die auf dieser Website angebotenen Informationen und/oder Unterlagen entsprechen Marketingmaterial gemäss Art. 68 des Schweizer FIDLEG und dienen ausschliesslich zu Informationszwecken. Zu den genannten Finanzprodukten stellen wir Ihnen gerne jederzeit und kostenlos weitere Unterlagen wie beispielsweise das Basisinformationsblatt oder den Prospekt/die Emissionsdokumentation zur Verfügung.