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The Swatch Group: Ticken die Uhren in Biel wieder richtig?

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16. Feb. 2026 | 3 Minuten
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Die Swatch Group hat in den vergangenen Jahren am Markt viel Vertrauen verspielt, konnte aber einen erfreulichen Start ins Jahr 2026 hinlegen. Operativ deutet das zweite Halbjahr 2025 auf eine Belebung hin, an der Börse sorgten Ausblick und stabile Dividende für einen Kursimpuls. Doch die Erholung steht auf wackeligen Beinen: Die Profitabilität ist eingebrochen, hohe Lagerbestände binden Kapital, und der starke Franken bleibt ein Gegenwind. Gleichzeitig flammt der Governance-Konflikt erneut auf. Der US-Investor Steven Wood will nach wie vor in den Verwaltungsrat und fordert mehr Rechte für Inhaberaktionäre.

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Ein Dauerkonflikt flammt wieder auf

Die Ausgangslage ist bekannt: Rund drei Viertel des Kapitals liegen bei Inhaberaktionären. Die Stimmrechte werden jedoch durch die privilegierten Namenaktien dominiert, die dem Hayek-Pool eine Sperrminorität verschaffen. So kann die Familie mit rund einem Viertel des Kapitals einen deutlich höheren Stimmenanteil kontrollieren.

Genau hier kommt Greenwood Investors ins Spiel. Der Fonds verlangt unter anderem, dass Inhaberaktionäre künftig explizit drei Vertreter in den Verwaltungsrat wählen können, dass das Gremium mehrheitlich unabhängig sein soll, dass die Präsidentin keine operative Funktion im Konzern ausübt und dass Generalversammlungen zwingend vor Ort stattfinden. Zudem fordert Greenwood eine Sonderabstimmung, in der nur Inhaberaktionäre über ihren Vertreter entscheiden (cash.ch, 09.02.2026).


Swatch weist die Vorwürfe einer Rechtsverletzung zurück und verweist darauf, dass Woods Kandidatur an der letzten Generalversammlung aus «wichtigen Gründen» abgelehnt worden sei. Inhaltlich ist der Streit jedoch weniger juristisch als ökonomisch. An der Börse wird der Konzern mit einer Art «Governance-Abschlag» gehandelt, weil Investoren die Kontrolle der Hayeks als Bremsklotz für Kapitaldisziplin, Nachfolgeplanung und mögliche strategische Anpassungen interpretieren (FuW, 03.02.2026).

Dass der Konzern mit Andreas Rickenbacher einen zusätzlichen Kandidaten als «Unabhängigen» vorschlägt, kann man als Signal der Erneuerung lesen, allerdings ohne Bruch mit der bisherigen Machtarchitektur. Ob er als Vertreter der Inhaberaktionäre gelten soll, bleibt offen. Für Wood stellt dieser Schritt keinen ausreichenden Fortschritt dar, während Swatch dies als kontrollierbaren Ansatz zur Erneuerung betrachtet. (FuW, 09.02.2026). 

Kursentwicklung der Swatch Group im Zeitraum von fünf Jahren

Erholung im Umsatz, aber nicht in der Marge

Operativ liefert das Jahr 2025 ein zweigeteiltes Bild. Der Umsatz sank auf 6.28 Mrd. CHF, ein Minus von 5,9 Prozent in Berichtswährung, währungsbereinigt betrug der Rückgang 1,3 Prozent. Allein Wechselkurseffekte reduzierten die Verkäufe um 308 Mio. CHF (Swatch Group, 30.01.2026).

Gleichzeitig gewann das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte sichtbar an Tempo. Währungsbereinigt stieg der Umsatz im zweiten Halbjahr um 4,7 Prozent, im vierten Quartal sogar um 7,2 Prozent über alle Preissegmente hinweg. Die Region Nord- und Südamerika legte im Jahresverlauf in Lokalwährung um knapp 20 Prozent zu, während China inklusive Hongkong und Macao, das rund ein Viertel des Konzernumsatzes ausmacht, erst gegen Jahresende Stabilisierungssignale zeigte (FuW, 30.01.2026).

Die Zahlen sollten jedoch mit Bedacht interpretiert werden. Die Schweizer Uhrenexporte zeigten im Dezember 2025 zwar wieder Wachstum, getragen von den USA, deren Importe deutlich anzogen. Zollunsicherheit und Vorzieheffekte können jedoch einzelne Monate verzerren. Für Swatch bleibt damit zentral, ob sich US-Nachfrage und China-Erholung auch ohne Sondereffekte fortsetzen werden.

Die Profitabilität bildet die zweite, härtere Realität. Der EBIT fiel 2025 auf 135 Mio. CHF, die EBIT-Marge auf 2,1 Prozent, der Reingewinn schrumpfte auf 25 Mio. CHF (FuW, 30.01.2026). Entscheidend ist dabei: Während das Segment Uhren und Schmuck profitabel blieb, belasteten die Produktionseinheiten mit hohen Verlust, weil der Konzern Kapazitäten weitgehend hielt und nur über natürliche Fluktuation Personal reduzierte (FuW, 03.02.2026) (cash.ch, 30.01.2026).

Balkendiagramm mit den Jahresumsätzen der Swatch Group zwischen 2015 und 2025

Wie könnte es für die Swatch weitergehen?

Die Börse reagierte dennoch positiv auf die Veröffentlichung der Jahreszahlen, weil sich Anleger an der Trendrichtung erfreuten. Nach den Zahlen sprang die Aktie deutlich, getragen von der Aussage vom Unternehmens-Patron Nick Hayek, dass budgetiere 2026 einen EBIT von 500 bis 600 Mio. CHF, sofern die Umsatzdynamik anhält und der Franken nicht zusätzlich belastet (FuW, 03.02.2026).

Hinzu kommt: Die Lagerbestände von rund 7.3 Mrd. CHF binden Kapital und machen den Cashflow empfindlich. Positiv ist, dass der freie Cashflow 2025 wieder leicht ins Plus drehte und die Dividende stabil blieb. Negativ ist, dass die Nettoliquidität weiter abgeschmolzen ist. Damit verdichtet sich die Lage auf drei Prüfsteine: Erstens, ob China und die USA die Wachstumsstory 2026 tatsächlich tragen. Zweitens, ob Swatch die Profitabilität ohne harte Sparprogramme sichtbar hebt. Drittens, ob der Governance-Streit zu echten strukturellen Anpassungen führt oder nur die Bewertungsdebatte verlängert.

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