Vontobel’s Schweizer Aktienfavoriten («Top Picks») für das Jahr 2026
Laut den Analysten des Schweizer Aktien-Research-Teams von Vontobel bleibt die Tendenz für das neue Börsenjahr 2026 überwiegend positiv. Obwohl Themen wie künstliche Intelligenz, Sorgen vor einer möglichen Bewertungsblase sowie Zölle und daraus resultierende Handelskonflikte den Schweizer Aktienmarkt auch weiter in Atem halten könnten. Basierend auf ihrer Einschätzung wurden die Aktienfavoriten für das Jahr 2026 gewählt.
Ein Blick in den Rückspiegel
Zwei Jahre zuvor, im November 2024, prognostizierten die Aktienanalysten von Vontobel, dass sich der bis dahin starke Aktienmarkt des Jahres 2024 in eine selektivere Phase entwickeln würde. Diese Einschätzung basierte auf einer differenzierten Analyse der Marktbedingungen, die auf ein anspruchsvolles, aber chancenreiches Umfeld hindeuteten. Besonders hervorgehoben wurden die Potenziale in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und steigende Verteidigungsausgaben, die als vielversprechende Wachstumsfelder identifiziert wurden.
Mit einer klaren Fokussierung auf Qualität und Diversifikation wurde eine defensive Positionierung empfohlen, um auch in einem volatilen Marktumfeld erfolgreich zu agieren. Obwohl die Performance der Top Picks 2025 von Unsicherheit in Bezug auf die US-Zölle, unberechenbare politische Veränderungen sowie die anhaltende wirtschaftliche Schwäche in China beeinflusst wurde, konnte das Tracker-Zertifikat vom 22. November 2024 bis 21. November 2025, das auf den jährlichen Favoriten (gewichtet) basiert, rund 12,7 Prozent zulegen, verglichen mit einer Performance des SPI-Gesamtrenditeindex von 11,1 Prozent (Datenstand: 21. November 2025). Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass vergangene Marktentwicklungen keine Garantie für zukünftige Kursentwicklungen darstellen. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein, die mit der Volatilität der Märkte, geopolitischen Unsicherheiten und makroökonomischen Entwicklungen verbunden sind.
Die Top Picks für das Jahr 2026
Das Schweizer Aktien Research-Team von Vontobel veröffentlicht einmal pro Jahr eine Auswahl an «Top-Pick»-Unternehmen für das kommende Jahr, die aus Sicht der Analysten über besonderes Renditepotenzial verfügen könnten. Dabei analysieren und berücksichtigen das Expertenteam in erster Linie Unternehmensdaten, aber auch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und Sektor-Trends finden Beachtung.
Für das Jahr 2026 identifizieren die Experten fünf zentrale Themen, die die Aktienmärkte prägen und die Breite der Performance erhöhen könnte:
- KI-Investitionen
- Positiver Wirtschaftsausblick für 2026 mit anhaltend höherer Inflation, insbesondere in den USA
- Breitere Sektorperformance, einschliesslich kleinerer Unternehmen (Small Caps)
- Realistische Gewinnerwartungen in Europa
- Marktfragilität deutet auf anhaltend hohe Volatilität hin
Während anhaltende geopolitische Risiken und politische Unwägbarkeiten (neuer US-Notenbankchef, US-Zwischenwahlen) weiterhin erhebliche Herausforderungen für die Weltwirtschaft darstellen, wird dennoch erwartet, dass die Aussicht auf eine relativ stabile Weltwirtschaft, eine sich verbessernde Eurozone und sinkende Zinssätze 2026 ein stärkeres Gewinnwachstum unterstützen dürften.
Im Laufe des Jahres 2026 erwarten die Experten des Research-Teams ein Umfeld mit stabilem und allmählich zunehmendem wirtschaftlichem Momentum, vorerst gedämpfter Inflation und voraussichtlich weiter sinkenden Zinssätzen. In diesem Umfeld können Aktien ein wichtiger Bestandteil der gesamten Vermögensallokation sein. Für eine gründliche Auswahl ist ein sorgfältiger, von unten nach oben gerichteter Auswahlprozess (das Markenzeichen des Schweizer Aktienresearch von Vontobel) erforderlich. Dies bedeutet, dass eine aktive Auswahl weiterhin eine Schlüsselrolle spielen könnte. Die Top-Picks 2026 reflektieren in gewissem Masse sowohl den Optimismus in Bezug auf solides Gewinnwachstum der Unternehmen als auch die höhere Marktvolatilität. Folglich besteht die Aktienauswahl aus defensiven und zyklischen Titeln. Das Research ist der Auffassung, dass sich verbessernde Fundamentaldaten als robuster Treiber für eine positive Kursentwicklung im Jahr 2026 erweisen könnten.
Ein Blick auf die neuen Top-Pick-Unternehmen
Die Analysten haben das abgedeckte Universum der Schweizer Unternehmen sowie die dazugehörigen Sektoren anhand eines strukturierten «Bottom-up»-Ansatzes analysiert. Dieser Ansatz beinhaltet eine detaillierte Prüfung der Fundamentaldaten einzelner Unternehmen, wie beispielsweise die Finanzkennzahlen, Marktposition, Wachstumschancen und branchenspezifische Trends. Auf Basis dieser Analyse haben die Analysten jene Unternehmen identifiziert, die gemäss ihrer Einschätzung, über besonderes Potenzial für das kommende Jahr verfügen. Jeder Analyst hat dabei ein Unternehmen ausgewählt, dass anhand der oben erwähnten Kriterien als besonders vielversprechend eingestuft wird. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine Liste von Schweizer Aktien, die nach Ansicht der Experten Potenzial haben könnten.
Amrize ist ein Eckpfeiler der nordamerikanischen Bauindustrie und positioniert sich als führender Zementanbieter mit der grössten Lieferkapazität der Region. Das Unternehmen könnte strategisch von der erwarteten Erholung im Gewerbe- und Wohnungsbau 2026 profitieren. Amrize setzt auf Effizienzprogramme zur Margensteigerung und nutzt seine solide Bilanz, um flexibel auf «Mergers & Acquisitions»-Gelegenheiten reagieren zu können. Trotz der starken Kapazitäten könnte Amrize anfällig für volatile Rohstoff- und Energiepreise bleiben, die die Produktionskosten unvorhersehbar beeinflussen könnten. Zudem birgt die Abhängigkeit von der Zinsentwicklung das Risiko, dass die erhoffte Erholung im Bausektor langsamer eintritt als prognostiziert (Finanz und Wirtschaft, 17.12.2025).
Givaudan ist ein defensiver Gigant im Konsumgüterbereich. Als Weltmarktführer bei Aromen und Duftstoffen ist das Unternehmen ein unverzichtbarer Partner für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Das Geschäft ist unempfindlich gegenüber Zinsschwankungen und bietet daher eine gewisse Stabilität. Die Marktführerschaft schützt nicht vor dem Druck durch steigende Rohmaterialkosten und möglichen Währungsschwankungen, die den Gewinn belasten könnten (cash.ch, 24.11.2025).
Im Gesundheitssektor nimmt Lonza eine zentrale Rolle ein. Das Unternehmen ist die unangefochtene Nummer eins im Bereich der Auftragsentwicklung und -herstellung für die Pharmabranche. Lonza profitiert von globalen Megatrends wie der alternden Bevölkerung und der zunehmenden Komplexität von Medikamenten (einschliesslich mRNA- und Zelltherapien). Das Geschäftsmodell ist robust und nicht-zyklisch, was es zu einer zuverlässigen Säule in der Gesundheitsversorgung macht. Das hochspezialisierte Geschäftsmodell unterliegt dem möglichen Risiko von Kapazitätsauslastungsschwankungen und regulatorischen Hürden bei der Zulassung neuer Therapien. Die Abhängigkeit von der F&E-Pipeline der Pharmakunden macht Lonza zudem indirekt anfällig für Kürzungen in den Forschungsbudgets der Biotech-Branche (Finanz und Wirtschaft, 17.12.2025).
Nestlé bleibt globaler Vorreiter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Nach einer Phase gedämpften realen internen Wachstums verbessern sich die Wachstumsaussichten, durch erhöhte Preise in wichtigen Kategorien wie Kaffee und Süsswaren. Das Unternehmen profitiert von seiner Marktmacht und der Fähigkeit, Preisanpassungen vorzunehmen und so Margen auch in einem inflationären Umfeld zu schützen. Allerdings kann die Preissetzungsmacht auch bei zunehmend preisbewussten Konsumenten an Grenzen stossen, was das reale interne Wachstum (RIG) unter Druck setzen könnte (Finanz und Wirtschaft, 17.12.2025).
Abseits der traditionellen Märkte bietet die Partners Group Zugang zu alternativen Anlageklassen. Als global führender Manager im Bereich Privatmarktanlagen profitiert das Unternehmen von einer Erholung der Transaktionsmärkte, die zu höheren Erfolgsprämien (Performance Fees) führen könnte. Die disziplinierte Strategie im Private Credit gilt als risikoärmer als bei vielen US-Konkurrenten. Da Erfolgsprämien stark von Marktaustritten (Exits) abhängen, könnten zurückhaltende «Initial Public Offering» (IPO)-Märkte die Performance Fees belasten (cash.ch, 24.11.2025).
Der Luxusgüterkonzern Richemont verkörpert Exklusivität und dominiert das High-End-Schmucksegment mit ikonischen Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels, das über 70 Prozent des Umsatzes und fast den gesamten operativen Gewinn ausmacht. Ein gesunder Cashflow und die enorme Netto-Cash-Position von fast 9 Milliarden Euro fördern dabei die finanzielle Stabilität und die Kontinuität der Dividendenpolitik des Unternehmens. Die starke Konzentration auf das Schmucksegment schafft eine Abhängigkeit von der Kaufkraft in China, die sich zuletzt volatil zeigte. Zudem unterliegt der Luxussektor dem Risiko sich wandelnder Konsumpräferenzen bei jüngeren Zielgruppen und einem harten Wettbewerb um exklusive Ladenflächen (cash.ch, 24.11.2025).
Sandoz spiel eine wesentliche Rolle bei der globalen Gesundheitsversorgung durch die Bereitstellung erschwinglicher Generika und Biosimilars. Das Unternehmen steht vor einer Welle von Patentabläufen grosser Medikamente, darunter der wichtige GLP-1-Wirkstoff ab 2026. Sandoz nutzt innovative Kommerzialisierungsstrategien und politische Unterstützung, um seine Führungsposition in diesem wachsenden Markt weiter auszubauen. Im Bereich der Generika herrscht ein extremer Preisdruck durch staatliche Gesundheitssysteme und Konkurrenten aus Schwellenländern. Zudem ist der Erfolg von Biosimilars stark von der Rechtslage und möglichen Patentklagen der Originalhersteller abhängig, was Markteintritte verzögern kann (cash.ch, 24.11.2025).
Im industriellen Bereich setzt Sika auf Innovation in der Bauchemie und Klebetechnologie. Das Unternehmen, ein globaler Marktführer, profitiert von Trends wie Urbanisierung und der Notwendigkeit nachhaltiger Sanierungen. Sika strebt ehrgeizige Margenverbesserungen an und könnte von Zinssenkungen profitieren, die die weltweite Bautätigkeit ankurbeln. Steigende Anforderungen an die CO2-Bilanz von Baustoffen stellen zusätzliche operative Herausforderungen dar (cash.ch, 24.11.2025).
Für Anleger, die einen Fokus auf den Schweizer Immobilienmarkt legen, bietet Swiss Prime Site, einer der führenden Investoren im Land, ein hochwertiges Portfolio und setzt auf nachhaltige Stadtentwicklung. Das Unternehmen ist den Risiken des Immobilienzyklus und steigender Leerstände bei Büroflächen durch den Trend zum Homeoffice ausgesetzt. Zudem können höhere Zinsen die Bewertung des Portfolios drücken und die Finanzierungskosten für neue Entwicklungsprojekte erhöhen (cash.ch, 24.11.2025).
Abgerundet werden die Top Picks durch die VAT Group, einen Weltmarktführer für Vakuumventile, die in der Hightech-Industrie unverzichtbar sind. Die langfristige strukturelle Nachfrage nach Halbleitern – getrieben durch die Digitalisierung und globale Diversifizierung der Chip-Produktion – sichert der VAT Group nachhaltiges Wachstumspotenzial und eine führende Stellung in einem sehr spezialisierten Technologiesegment. Die starke Fokussierung auf die Halbleiterindustrie macht VAT abhängig von der Investitionsbereitschaft der Chiphersteller. Geopolitische Handelskonflikte und Exportbeschränkungen (insbesondere gegenüber China) könnten die Absatzwege in diesem spezialisierten Markt empfindlich stören (Finanz und Wirtschaft, 23.12.2025).
Vontobel Equity Research Top Swiss Selection of the Year Basket
Das Equity Research der Bank Vontobel selektiert im Dezember jedes Jahres jeweils ein bis zwei attraktive Aktien aus dem abgedeckten Sektor. Das Anlageuniversum, aus dem die Aktien selektiert werden können, besteht ausschliesslich aus dem Vontobel Research Universum (circa 130 Titel) und beinhaltet Aktien aus dem Swiss Market Index (SMI®), Swiss Performance Index (SPI®) und Swiss Market Mid Caps Price Index (SMIM®) Universum. Die Titel haben zu diesem Zeitpunkt mindestens ein «Hold» Rating. Der Head Research Swiss Equities der Bank Vontobel wählt aus dieser Vorselektion zehn Titel für den Top Picks Basket aus. Die gewählten Top Picks für das Jahr 2026 verfügen alle per 24. November 2025 sogar über ein «Buy» Rating. Aus diesen Unternehmen wird ein Aktienkorb (Basket) gebildet, an dessen Wertentwicklung mithilfe eines Tracker Zertifikates teilgenommen werden kann. Das Tracker Zertifikat auf den Vontobel Equity Research Top Swiss Selection of the Year Basket wurde bereits Anfang des Jahres 2020 ins Leben gerufen und ermöglicht den Anlegern mit nur einem einzelnen Investment an der Wertentwicklung der «Top Picks» des jeweils laufenden Jahres zu partizipieren.
Fällt das Rating eines Titels auf «Sell», wird der Titel aus dem Basket entfernt und die dabei entstandene Cash-Position wird auf die bestehenden Basketmitglieder verteilt. Erfolgt eine Änderung des Ratings eines Titels durch das Vontobel Research, die eine Änderung der Basketzusammensetzung nach den vorstehenden Regeln bewirkt, wird die Basketzusammensetzung durch die Berechnungsstelle entsprechend geändert (Rebalancing).