US-Midterms 2026: Politik im Fokus, Märkte im Blick
Die US-Midterms 2026 könnten die politischen Kräfteverhältnisse in Washington neu ordnen. Während die Wahlen kurzfristig für erhöhte Unsicherheit sorgen können, bleiben für die Finanzmärkte vor allem Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik entscheidend. Der Vontobel Momentum Strategy USA Index verfolgt einen regelbasierten Ansatz, um Unternehmen mit ausgeprägter relativer Stärke zu identifizieren und aktuelle Markttrends gezielt zu nutzen. Wenn es an den Märkten mal turbulent wird, beinhaltet die Strategie auch die Möglichkeit von Absicherungsmassnahmen.
Die US-Zwischenwahlen im November 2026 gehören zu den wichtigsten politischen Ereignissen dieses Jahres. Zwar steht das Präsidentenamt nicht zur Wahl, doch die Abstimmungen über das Repräsentantenhaus und Teile des Senats könnten die politischen Mehrheitsverhältnisse in Washington neu ordnen und damit auch Einfluss auf die Kapitalmärkte nehmen.
Für Unternehmen und Finanzmärkte ist dabei vor allem entscheidend, wie gross der politische Handlungsspielraum der Regierung in den kommenden Jahren sein wird. Entsprechend rücken neben dem Wahlausgang auch Themen wie Staatsausgaben, Regulierung, Handelspolitik sowie die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft in den Fokus.
Ein offenes Rennen um die Mehrheiten
Aktuelle Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Während die Republikaner derzeit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat über Mehrheiten verfügen, könnten die Demokraten insbesondere im Repräsentantenhaus Sitze hinzugewinnen. Auch die Mehrheitsverhältnisse im Senat gelten zunehmend als umkämpft.
Viele politische Beobachter halten deshalb ein Szenario mit geteilten Machtverhältnissen für wahrscheinlich. Eine solche Konstellation würde den politischen Handlungsspielraum in Washington einschränken und die Umsetzung weitreichender Steuer- oder Ausgabenprogramme erschweren. Gleichzeitig blieben Bereiche wie die Handels- und Aussenpolitik weiterhin stark vom Präsidenten geprägt.
Warum die Märkte vor den Midterms genauer hinschauen
Historisch betrachtet nehmen die Schwankungen an den Aktienmärkten im Vorfeld von US-Zwischenwahlen häufig zu. Der Grund dafür liegt weniger in den politischen Programmen selbst als in der Unsicherheit über den künftigen politischen Kurs. Unternehmen und Marktteilnehmer versuchen abzuschätzen, welche Auswirkungen veränderte Mehrheitsverhältnisse auf Regulierung, Fiskalpolitik und einzelne Branchen haben könnten (Morningstar).
Mit der Wahl verschwindet ein Teil dieser Unsicherheit normalerweise wieder. Viele Marktstrategen verweisen darauf, dass die Märkte oftmals weniger auf den konkreten Wahlausgang reagieren als auf die wiedergewonnene politische Klarheit nach dem Urnengang.
Die eigentlichen Markttreiber bleiben unverändert
Trotz der hohen medialen Aufmerksamkeit rund um die Midterms sehen viele Analysten die Bedeutung der Wahlen für die langfristige Entwicklung der Finanzmärkte als begrenzt an. Entscheidend bleiben vielmehr die bekannten wirtschaftlichen Einflussfaktoren: Inflation, Geldpolitik, Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne.
Auch aus historischer Sicht zeigt sich, dass politische Ereignisse zwar kurzfristige Schwankungen auslösen können, die Entwicklung der Aktienmärkte langfristig jedoch wesentlich stärker von der Gewinnentwicklung der Unternehmen und dem makroökonomischen Umfeld abhängt.
Eine mögliche politische Blockade in Washington könnte zudem dazu führen, dass grössere Gesetzesvorhaben schwieriger umzusetzen sind. Marktbeobachter betrachten dies häufig als stabilisierenden Faktor, da abrupte Änderungen bei Steuern, Regulierung oder Staatsausgaben unwahrscheinlicher werden.
KI-Infrastruktur rückt in den Mittelpunkt
Ein besonderes Merkmal der diesjährigen Zwischenwahlen ist die wachsende Bedeutung der künstlichen Intelligenz (KI). Der Ausbau von Rechenzentren und der dafür benötigten Infrastruktur zählt zu den zentralen wirtschaftspolitischen Themen im Wahlkampf.
Einerseits gelten Investitionen in KI als wichtiger Wachstumstreiber für die US-Wirtschaft. Andererseits sorgen steigender Energiebedarf, höhere Stromkosten und Fragen rund um die Regulierung zunehmend für politische Diskussionen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Bedeutung von KI für Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit parteiübergreifend anerkannt wird.
Unabhängig vom Wahlausgang dürfte daher die weitere Entwicklung der KI-Infrastruktur ein zentrales Thema für Wirtschaft und Kapitalmärkte bleiben.
Die Momentum USA Strategie: Fokus auf Unternehmen mit relativer Stärke
Gerade in Marktphasen, die von politischen Ereignissen und wechselnder Stimmung geprägt werden, entwickeln sich Unternehmen und Sektoren häufig unterschiedlich. Während einzelne Bereiche unter Druck geraten können, profitieren andere von strukturellen Wachstums- und Innovationstrends.
Die Momentum USA Strategie verfolgt einen systematischen und regelbasierten Ansatz, um Unternehmen mit einer überdurchschnittlich starken Kursentwicklung zu identifizieren. Im Fokus stehen US-Aktien, die über einen längeren Zeitraum relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt gezeigt haben. Die Auswahl erfolgt anhand klar definierter Kriterien und wird regelmässig überprüft, um aktuelle Markttrends abzubilden.
Anders als klassische Ansätze, die sich auf Prognosen oder einzelne Marktmeinungen stützen, orientiert sich die Strategie konsequent an beobachtbaren Marktbewegungen. Unternehmen bleiben so lange Bestandteil der Strategie, wie ihre positive Dynamik intakt ist. Dadurch können Unternehmen mit positiver Kursdynamik frühzeitig berücksichtigt werden, während Positionen mit nachlassender Stärke reduziert werden.
Ergänzt wird der Ansatz durch ein integriertes Risikomanagement. In Phasen erhöhter Marktvolatilität kann die Strategie eine taktische Short-Position auf einen US-Aktienindex-Future aufbauen. Diese Absicherung kann unter bestimmten Marktbedingungen dazu beitragen, Marktrisiken teilweise zu reduzieren. Sie bietet jedoch keinen vollständigen Schutz vor Verlusten. Sobald sich das Marktumfeld wieder beruhigt, wird die Absicherung schrittweise zurückgenommen. Dadurch kombiniert die Strategie einen Momentum-Ansatz mit einer regelbasierten Risikosteuerung.
Die Momentum USA Strategie bietet einen regelbasierten Zugang zu ausgewählten Unternehmen. Ob diese Unternehmen künftig von Wachstumstrends profitieren, ist nicht vorhersehbar. Gerade in Phasen politischer Unsicherheit, in denen sich Marktführer und Nachzügler oft besonders deutlich voneinander abgrenzen, kann ein regelbasierter Momentum-Ansatz eine alternative Herangehensweise an den US-Aktienmarkt darstellen. Wie bei allen Anlagestrategien bestehen jedoch Risiken, und eine positive Wertentwicklung kann nicht garantiert werden.
Tracker-Zertifikat auf Vontobel Momentum Strategy USA Index
Quellen: Lombard Odier: US-Zwischenwahlen: Zunächst Volatilität, dann Anlagechancen (September 2026); Morningstar: US-Midterms: Was die Zwischenwahlen im November für die Märkte bedeuten (2026); ZDFheute: Midterms in den USA: So steht es in den Umfragen (2026).