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Warrants mit Knock-Out: Funktionsweise

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Vontobel Markets
23. Okt. 2023 | 5 Minuten
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Warrants mit Knock-Out ermöglichen Anleger eine überproportionale Partizipation an der Wertentwicklung eines Basiswerts. Die Hebelwirkung entsteht dadurch, dass weniger Kapital eingesetzt werden muss als für eine Anlage in den jeweiligen Basiswert. Anleger können mit einem geringen Kapitaleinsatz auf einen steigenden oder fallenden Basiswert setzen. Mithilfe von Warrants mit Knock-Out kann auf verschiedene Anlageklasse wie Aktien, Indizes, Rohstoffe, Edelmetalle, Zinsinstrumente oder Währungspaare gesetzt werden.

Funktionsweise Warrants mit Knock-Out

Warrants mit Knock-Out bilden durch ihre Hebelwirkung die Wertentwicklung eines Basiswerts überproportional ab. Verglichen mit der Direktinvestition in einen Basiswert erfordert ein Warrant mit Knock-Out einen niedrigeren Kapitaleinsatz. Dadurch entsteht eine Hebelwirkung. Anleger finanzieren nur einen Teil des Preises des Basiswerts, während der Emittent den Rest übernimmt. Dafür fallen im Produkt Finanzierungskosten an. Somit können Anleger an der Wertentwicklung des Basiswerts teilnehmen, während nur ein Bruchteil des Kapitals im Vergleich zu einer Direktinvestition benötigt wird.

Warrants mit Knock-Out bieten eine hohe Transparenz, da sich der Preis direkt vom Basiswert ableiten lässt. Grundsätzlich wird der innere Wert eines Warrants mit Knock-Out durch die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Strike bzw. Basispreis des Produktes gebildet. Das Bezugsverhältnis muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Der Hebel wird umso grösser, je geringer die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Strike bzw. Basispreis ist. Eine geringere Differenz bedeutet auch eine Annäherung an das Knock-Out-Level bzw. die Knock-Out-Barriere, was mit einem höheren Risiko einhergeht.

 

 

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Auszahlungsprofil Warrant mit Knock-Out

Besonderheiten des Warrant mit Knock-Out

Anleger können mit Call Produkten auf steigende oder mit Put Produkten auf sinkende Kurse setzen. Warrants mit Knock-Out sind sowohl mit oder ohne (Open-End) feste Laufzeit erhältlich. Bei Warrants mit Knock-Out kann ein Aufgeld zusätzlich zum inneren Wert erhoben werden. Das Aufgeld beinhaltet bei Produkten mit fester Laufzeit die Finanzierungskosten und die Risikoprämie. Bei Produkten ohne feste Laufzeit wird nur die Risikoprämie durch ein Aufgeld berücksichtigt, da bei diesen Produkten die Finanzierungkosten in die tägliche Anpassung des Strike bzw. Basispreises einfliessen.

Gegenüber klassischen Warrants und Futures besitzen Warrants mit Knock-Out Besonderheiten. Im Unterschied zu klassischen Warrants spielt die Volatilität nur eine geringe Rolle. Ausserdem verfügen Warrants mit Knock-Out im Vergleich zu klassischen Warrants über keinen Zeitwert. Im Gegensatz zu Futures ist der maximale Verlust auf den Kapitaleinsatz beschränkt, womit eine Nachschusspflicht entfällt.

Auch die Risiken dieser Produktkategorie müssen erwähnt werden. Der Hebel wirkt in beide Richtungen.   Dies kann zu überproportionalen Kursgewinnen, aber auch entsprechenden Kursverlusten führen. Ausserdem sind Warrants mit Knock-Out mit einem Knock-Out-Level bzw. einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Erreicht der zugrundeliegende Basiswert diese Barriere, verfällt das Produkt umgehend wertlos. In einem solchen Fall erleidet ein(e) Anleger einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

 

Kosten von Warrants mit Knock-Out

Damit die Hebelwirkung im Produkt erzielt werden kann, wird der Strike (Basispreis) finanziert. Dafür fallen Kosten an, die in der Form von Finanzierungskosten in der Höhe des Geldmarktzinses (Referenzzinssatz) und einer Finanzierungsmarge bzw. Finanzierungsspread wiedergegeben werden. Bei Produkten mit fester Laufzeit werden die Kosten dem Preis als Aufgeld aufgeschlagen. Bei Produkten ohne feste Laufzeit (Open-End) werden die Kosten über eine tägliche Anpassung des Strike bzw. Basispreises wiedergegeben.

Breite Auswahl an Basiswerten

Für Anleger eröffnen Warrants mit Knock-Out eine vielfältige Auswahl an investierbaren Anlageklassen. Eine überproportionale Partizipation durch diese Produktkategorie ist für Aktien, Indizes, Rohstoffe, Edelmetalle, Zinsinstrumente und Währungspaare möglich.

Absicherung von bestehenden Positionen

Mittels Warrants mit Knock-Out lassen sich auch bestehende Positionen absichern. Anleger können ihr bestehendes Portfolio mithilfe von Warrants mit Knock-Out vor einem möglichen Kursrückgang und Verlusten schützen, indem z.B. ein bestehendes (Long-) Portfolio, das auf einen Kursanstieg der Bestandteile des Portfolios setzt, mit einer gegensätzlichen (Short-) Position über Warrants mit Knock-Out ergänzt wird. Die Absicherung greift sofort nach dem Kauf. Der Kapitaleinsatz einer Absicherung entfällt bei Erreichen des Knock-Out-Level.

Vor- und Nachteile von Warrants mit Knock-Out

Vorteile von KO-Warrants

  • Volatilität spielt nur geringe Rolle im Vergleich zu klassischen Warrants / Optionsscheinen
  • Kapitaleinsatz fällt niedriger aus als bei Direktinvestition in den Basiswert
  • Es kann auf steigende oder fallende Kurse des Basiswerts gesetzt werden
  • Preisbildung ist leicht nachvollziehbar
  • Verschiedene Anlageklassen stehen zur Verfügung

Risiken von KO-Warrants

  • Marktrisiko des Basiswerts
  • Hebelwirkung wirkt in beide Richtungen
  • Überproportionaler Verlust bis hin zu Totalverlust möglich
  • Währungsrisiko, falls die Währung des Basiswerts von der Produktwährung abweicht
  • Emittentenrisiko (Ausfall des Emittenten)
  • Ordentliches Kündigungsrecht des Emittenten bei Open-End Produkten

FAQ

Welchen Einfluss hat die Volatilität auf einen KO-Warrant?

Veränderungen der impliziten Volatilität des Basiswerts betreffen die Kursentwicklung von KO-Warrants nur minim beziehungsweise gar nicht. Die Preisbildung ist somit transparent und leicht nachvollziehbar.

Was passiert beim Erreichen der Knock-Out Barriere?

Erreicht oder unterschreitet der Kurs des Basiswerts die Knock-Out Barriere während der Beobachtungszeit, dann verfallen die Call Warrants mit Knock-Out unmittelbar wertlos. Die Knock-Out Barriere wird ab dem Datum Anfangsfixierung kontinuierlich beobachtet.

Ein Knock-Out Ereignis für ein Call Warrant mit Knock-Out tritt ein, wenn der Kurs des jeweiligen Basiswerts zu irgendeinem Zeitpunkt während der Handelszeiten des Basiswerts an der Referenzbörse bzw. Festlegungsstelle (kontinuierliche Beobachtung) die aktuelle Knock-Out Barriere berührt oder unterschreitet. Bei einem Put Warrant mit Knock-Out wird ein Knock-Out Ereignis durch eine Berührung oder Überschreitung der Knock-Out Barriere ausgelöst.

Können Warrants mit Knock-Out auch ausserhalb der Handelszeiten des Produkts ausgeknockt werden?

Hierbei muss zwischen den Handelszeiten des Produkts und des zugrundeliegenden Basiswerts unterschieden werden. Die Produkte sind kotiert und können während der ordentlichen Börsenhandelszeiten gekauft beziehungsweise verkauft werden. Je nach Art des Basiswerts können unterschiedliche Handelszeiten gelten. So gilt es zu beachten, dass beispielsweise Devisen annähernd pausenlos gehandelt werden kann, aber die Handelszeit von Produkten mit Basiswert Devisen den Handelszeiten der relevanten Handelsplatz des Produkts unterliegen. So kann es sein, dass es zum Knock-Out Ereignis kommt, ohne dass der Anleger in der Lage ist, das Produkt hierzulande zu verkaufen. Anleger sollten sich daher vor dem Kauf des Produkts über die Handelszeiten des Basiswerts informieren.

Eine Aktie schüttet eine Dividende aus. Wie wirkt sich eine Ausschüttung auf einen Warrant mit Knock-Out ohne feste Laufzeit (Open-End) aus?

Der Kurs einer Aktie wird am Ex-Dividenden Tag um die Höhe der Dividende angepasst. Ähnliches wird bei einem Warrant mit Knock-Out ohne feste Laufzeit vollzogen.

Bei einem Call-Produkt wird am Ex-Dividenden Tag einer Aktie die Netto-Dividende vom Ausübungspreis abgezogen. Die Netto-Dividende berücksichtigt den Steuerfaktor einer allfälligen Dividendenzahlung.

Bei einem Put-Produkt ebenfalls eine Anpassung vollzogen. Allerdings wird hier die Brutto-Dividende berücksichtigt. Der Ausübungspreis wird um die Brutto-Dividende reduziert.

Was bedeutet Aufgeld?

Bei Warrants mit Knock-Out kann es vorkommen, dass ein Aufgeld zusätzlich zum inneren Wert erhoben wird. Das Aufgeld stellt bei Produkten mit fester Laufzeit die Finanzierungskosten und Risikoprämie dar, während bei Produkten ohne feste Laufzeit nur die Risikoprämie im Aufgeld berücksichtigt wird.

Die Risikoprämie dient dazu, das sogenannte Gap- und Liquiditätsrisiko abzusichern. Das Gap-Risiko beschreibt das Risiko des Emittenten, dass das Absicherungsgeschäft im Falle eines Knock-Out Ereignisses nicht zum Basispreis aufgelöst werden kann. Mit dem Liquiditätsrisiko wird die Handelbarkeit des Basiswerts abgebildet.

Ein wichtiger Bestandteil eines Warrants mit Knock-Out ist das Knock-Out Level. Verändert sich das Knock-Out Level im Laufe der Zeit?

Um diese Frage beantworten zu können, muss zwischen Produkten mit fester und solchen ohne Laufzeit (Open-End) unterschieden werden.

Die Knock-Out Barriere von Warrants mit Knock-Out mit fester Laufzeit wird bei Emission festgelegt und verändert sich nicht.

Bei Warrants mit Knock-Out ohne feste Laufzeit (Open-End) wird die Knock-Out Barriere am Ende eines jeden Anpassungstags angepasst. Als Anpassungstag gilt jeder Tag von Montag bis Freitag nach dem Tag der Anfangsfixierung. Eine tägliche Anpassung wird durchgeführt, um die Finanzierungskosten des Emittenten zu berücksichtigen.

In der Praxis bedeutet eine Anpassung der Knock-Out Barriere für Call-Produkte eine Erhöhung der Knock-Out Barriere und für Put-Produkte eine Reduktion der Knock-Out Barriere.

Was passiert bei einem Warrant mit Knock-Out mit einem Future-Kontrakt als Basiswert, wenn der zugrundeliegende Future endfällig wird?

Future Kontrakte sind mit einer festen Laufzeit ausgestattet. Für ein Produkt ohne feste Laufzeit muss deshalb der Basiswert ersetzt werden, um eine Weiterführung des Produkts gewährleisten zu können.

Im Falle eines Call Warrants mit Knock-Out verkauft der Emittent den bisher gültigen Kontrakt und kauft einen länger laufenden Kontrakt. Dieser Tausch wird auch als «Rollvorgang» bezeichnet.

Auch bei einem Put Warrant mit Knock-Out geschieht ein solcher Tausch. Dabei wird die Short Position des bisherigen Kontraktes durch einen Kauf geschlossen und die Short Position im neuen, länger laufenden Kontrakt erneut aufgebaut.