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Sinkflug beendet oder bleibt Boeing am Boden?

Vontobel Markets
20. Mai 2024 | 3 Minuten

Der US-Hersteller von Luft- und Raumfahrttechnik Boeing hatte einen schwierigen Start ins Jahr 2024. Die Probleme mit der Baureihe 737 MAX zollen ihren Tribut. Trotz starker Korrektur der Aktie fielen die Quartalszahlen dennoch weniger schlecht aus als erwartet. Wo geht die Reise hin bei Boeing?

Luftfahrbranche auf Erholungskurs

Seit dem grossen Rückgang zur Zeit der Pandemie konnte sich die Luftfahrbranche deutlich erholen. Die Leute reisen wieder, was die Passierzahlen der Flughafenbetreiber Flughafen Zürich oder Fraport (Flughafen Frankfurt) bestätigen. Die International Air Transport Association erwartet 2024 rund 4,7 Milliarden Passagiere – 2019 waren es 4,5 Milliarden. Auch die Preise für Flugtickets auf einschlägigen Preisvergleichsportalen zeigen ein ähnliches Bild, mit tendenziell deutlich gestiegenen Ticketpreisen für die beliebtesten Feriendestinationen. Um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können investieren Flugzeugbetreiber entsprechend in ihrer Flugzeugflotte. Dabei gibt es neben dem Kauf der Maschinen auch die häufig genutzte Möglichkeit des Leasings. Hierbei können das sogenannte «Dry und Wet Leasing» unterschieden werden. Während beim «Dry Leasing» das Flugzeug von der mietenden Airline betrieben wird, wird beim «Wet Leasing» das Flugzeug sowie die Crew von der leasinggebenden Airline operiert. In beiden Fällen sind die grössten Hersteller von Flugzeugen (Airbus und Boeing) gefragt, um die dringend benötigen Maschinen zu liefern. Mittelfristig dürfte die Nachfrage nach Flugzeugen aufgrund einer wachsenden Mittelschicht in den Schwellenländern weiter zunehmen.

Eine Reihe von technischen Fehlschlägen bei Boeing

Der Ruf des US-Verkehrsflugzeugherstellers Boeing hatte zuletzt aufgrund einer Reihe von Fehlschlägen gelitten. Nach einem Zwischenfall bei dem neuen Modell 737 MAX 9, in dem für Boeing wichtigen Standbein im Bereich der Schmalrumpfflugzeuge, ordnete die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) an, die Flugzeugmodelle baugleichen Typs auf Mängel zu überprüfen. Dies war nicht das erste Mal, dass es bei dem betreffenden Bautyp zu Vorfällen gekommen ist. Vor rund fünf Jahren kam es mit dem baugleichen Typ zu zwei Flugzeugabstürzen. Aufgrund des Prüfungsberichts könnten die Ergebnisse auf potenzielle Produktionsmängel hinweisen; der Flugzeughersteller Boeing ist entsprechend gefordert. In der Folge traten Fluggesellschaften wie United Airlines vom Kauf des 737 MAX zurück und Boeing musste aufgrund eines rund 20-monatigen Startverbots Entschädigungsleistungen an Airlines zahlen. Zusätzlich musste Boeing die Produktion der 737-Baureihe zeitweise zurückfahren und konnte die Auslieferungen, über die zuletzt auf 38 Maschinen pro Monat festgelegte Obergrenze nicht auf die eigentlich angestrebten 50 hinaus ausweiten. Jüngsten Berichten zu Folge könnte es auch rechtliche Konsequenzen für Boeing nach sich ziehen mit einer potenziellen Klage des US-Justizministeriums. Die andauernde Krise liess Boing deutlich hinter den europäischen Konkurrent Airbus zurückfallen.

Aktie in Turbulenzen

Die Krise rund um den 737 MAX spiegelt sich auch in den Ergebnissen des Unternehmens und der Performance der Aktie an der Börse wieder. So reagierte die Boeing Aktie entsprechend auf die Vorfälle der letzten Wochen und Monate und verlor seit Jahresbeginn 2024 bis zum 14. Mai 2024 rund 29 Prozent an Wert. Bei dem aktuellen Kursniveau von 178 US-Dollar (per 14.05.24) handelte die Aktie zuletzt im Oktober 2023.

Der Blick auf die Ergebnisse des ersten Quartals 2024 fiel trotz hoher Mittelabflüsse (knapp 3.93 Milliarden US-Dollar) und Entschädigungszahlungen weniger schlimm aus als von Experten befürchtet. Der Verlust belief sich auf rund 355 Millionen US-Dollar und lag damit 16 Prozent tiefer als im Vorjahr und rund halb so hoch wie erwartet. Der Umsatz fiel zum ersten Mal seit sieben Quartalen um knapp acht Prozent auf 16.6 Milliarden US-Dollar.

Der CEO schreibt in einem Brief an die Belegschaft, dass die Sicherheit und Qualität absoluten Vorrang hätten trotz des massiven Einflusses auf die Quartalsergebnisse des Unternehmens. So bestätigte er ebenfalls, dass jeder Stein umgedreht werden und die aktuelle Drosselung genutzt werden würde, um Lieferketten zu stabilisieren und Fabriken zu stärken. Insgesamt sprach der CEO davon, dass Fortschritte verzeichnet werden können.

Mit Anlage- und Hebelprodukten für jede Situation gewappnet

Je nachdem, ob man als Anleger von steigenden, seitwärts-tendierenden oder fallenden Kursen ausgeht, gibt es Strukturierte Produkte, die zur jeweiligen Markterwartung passen. Sollten Anleger der Ansicht sein, dass eine gewisse Bodenbildung bei Boeing stattgefunden hat und die Aktie vom aktuell tiefen Kursniveau über entsprechendes Aufwärtspotenzial verfügt, könnten Hebelprodukten wie beispielsweise Long Mini-Futures oder Call Warrants mit Knock-Out das Mittel der Wahl sein, um überproportional an der steigenden Kursentwicklung partizipieren zu können. Sollte sich die Aktie dennoch auf dem aktuellen Niveau zunächst weiter seitwärts entwickeln, könnte mittels Anlageprodukten wie beispielsweise einem Barrier Reverse Convertible die Rendite über einen bestimmten Zeitraum optimiert werden. Aber auch in Erwartung weiter fallender Kurse könnte mit den entsprechenden Short bzw. Put-Hebelprodukten an einer negativer Kursentwicklung partizipiert werden.

Weitere Informationen zur Funktionsweise von Mini-Futures, Warrants mit Knock-Out sowie Barrier Reverse Convertibles finden Sie auf unserer Markets Website im Bereich Know-How.

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