Börsengänge: Das Jahr der Superlative
Der globale IPO-Markt erlebte im ersten Halbjahr 2026 einen historischen Geldzufluss. Vor allem der Mega-Börsengang von SpaceX sorgte für eine beispiellose Dynamik. Auch der Rest des Jahres verspricht mit den geplanten IPOs von KI-Giganten wie OpenAI und Anthropic spannend zu werden. Mit entsprechenden Produkten von Vontobel können Anleger bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, teilweise sogar bereits vor dem Börsendebüt, auf Börsenneulinge setzen. Wir zeigen, was Anleger zum Thema IPO wissen sollten und welche neuen Möglichkeiten sich noch in diesem Jahr eröffnen könnten.
Der globale Markt für IPOs (Initial Public Offering) blickt auf eine ereignisreiche erste Jahreshälfte zurück. Zwar ging die Zahl der Börsengänge in den ersten sechs Monaten laut dem IPO-Report der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) um zwölf Prozent auf 483 Unternehmen zurück. Das globale Emissionsvolumen hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode aller dings auf 186.8 Milliarden US-Dollar verdreifacht. Allein im zweiten Quartal belief sich das Volumen auf 144.8 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Quartalswert, den EY jemals gemessen hat. Nach dem Grund für den kräftigen Anstieg muss man nicht lange suchen. Es war der Börsengang von SpaceX an die US-Technologiebörse Nasdaq, der alles in den Schatten stellte. Mit einem Emissionsvolumen von 86.2 Milliarden US-Dollar war es der grösste IPO aller Zeiten (Ernst & Young Q2 2026 Global IPO Trends, 2026).
Zuwächse dank robuster Kapitalmärkte
Die Erhebung von EY zeigt, dass das Emissionsvolumen in den ersten sechs Monaten des Jahres in allen drei grossen Regionen zugenommen hat. In den USA sprang es im Vergleich zur Vorjahresperiode von 17.1 auf 128.0 Milliarden US-Dollar, in China von 21.1 auf 35.8 Milliarden US-Dollar und in Europa von 6.0 auf 9.2 Milliarden US-Dollar. Dabei war das Kapitalmarktumfeld nach Ansicht von Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, nicht optimal. «Die vielfältigen geopolitischen Unsicherheiten und Spannungen des ersten Halbjahres haben die IPO-Aktivität vieler Börsenkandidaten gebremst.» Steinbach weist aber auch darauf hin, dass sich die Kapitalmärkte trotz des Gegenwinds als vergleichsweise robust erwiesen haben. Der Jahrhundertbörsengang von SpaceX zeige, so Steinbach, wie aufnahmefähig der internationale Kapitalmarkt sein könne. Zugleich hat der IPO von SpaceX das Interesse von Privatanlegern an Börsengängen gesteigert (EY Pressemitteilung, 2026).
Tech-Werte dominieren den globalen IPO-Markt
Das zurückliegende Quartal war von Mega-Transaktionen geprägt. Die zehn grössten Börsengänge des zweiten Quartals kamen zusammen auf 109.3 Milliarden US-Dollar, was 75 Prozent des gesamten globalen Emissionsvolumens entspricht. Auf Platz eins lag SpaceX mit einem Platzierungsvolumen von 86.2 Milliarden US-Dollar, gefolgt vom kalifornischen KI-Konzern Cerebras Systems mit 6.4 Milliarden US-Dollar und dem chinesischen Chiphersteller Victory Giant Technology (HuiZhou) mit 3.0 Milliarden US-Dollar. Im Juli gab es einen weiteren schlagzeilenträchtigen IPO. Am 10. Juli debütierte der südkoreanische Halbleiterriese SK Hynix an der Nasdaq. Durch die Ausgabe von ADRs (American Depositary Receipts) sammelte das Unternehmen 26.5 Milliarden US-Dollar ein (Reuters, 2026).
IPO-Ausblick: Experten bleiben optimistisch
Martin Steinbach, Partner bei EY, sieht die IPO-Pipeline in diesem Jahr weiterhin als gut gefüllt an. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass erfolgreiche Börsengänge einer Reihe von Voraussetzungen bedürfen: «Die Märkte sind grundsätzlich bereit für Neuemissionen, aber viel hängt vom Sektor und einer attraktiven Equity Story ab, die die aktuellen Wachstumstrends in den jeweiligen Industrien aufgreift. Das zweite Quartal zeigt es sehr deutlich: Kapital ist vorhanden, doch Investoren konzentrieren sich auf grosse, gut vorbereitete Unternehmen mit belastbarer Equity Story und klaren Wachstumsperspektiven. Wer die relativ engen IPO-Fenster erfolgreich nutzen will, muss gut vorbereitet sein und gleichzeitig die Disziplin sowie einen Plan B haben, um bei einer kurzfristigen Zunahme von Volatilität oder geopolitischen Risiken zu warten.»
KI-Giganten in den Startblöcken
In diesem Jahr könnten zwei KI-Giganten mit möglichen Börsengängen für weitere Schlagzeilen sorgen: Anthropic und OpenAI. Anthropic, das für seine aussergewöhnlich leistungsfähigen Claude-Modelle bekannt ist, könnte die Nase vorn haben. Derzeit laufen laut Berichten zufolge zwischen dem Management, den beteiligten Banken sowie potenziellen Investoren Gespräche. Anthropic hat seinen Börsenprospekt im Juni vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, jedoch noch nicht bekannt gegeben, wann das IPO stattfinden soll. Es wird spekuliert, dass dies bereits im Oktober der Fall sein könnte, sollte alles nach Plan laufen. Ein Börsengang von Anthropic könnte hinsichtlich des Emissionsvolumens an den SpaceX-Börsengang im Juni anknüpfen. Bei einer im Mai abgeschlossenen Finanzierungsrunde in Höhe von 65 Milliarden US-Dollar ergab sich ein zugrunde liegender Unternehmenswert von 965 Milliarden US-Dollar. Wie Anthropic hat auch OpenAI im Juni einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang bei der SEC gestellt, jedoch bislang ebenfalls keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben. Allerdings könnte der ChatGPT-Entwickler laut einem Bericht der New York Times seinen Börsengang auf das kommende Jahr verschieben. Ursprünglich sollte das IPO bereits im dritten oder vierten Quartal 2026 stattfinden, doch interne Quellen berichten von einer deutlichen Verzögerung. Grund dafür sind vor allem die aktuellen Börsenturbulenzen. Berater des Unternehmens warnten zuletzt vor einer schwachen Nachfrage vonseiten der Privatanleger, da Technologiewerte zuletzt deutliche Kursverluste hinnehmen mussten. OpenAI steht nun vor der Entscheidung, entweder mit dem Börsengang bis 2027 zu warten, um die von CEO Sam Altman angestrebte Bewertung von einer Billion US-Dollar zu erreichen, oder die Zielmarke für einen früheren Börsengang zu senken. Laut Insidern lehnt Altman eine niedrigere Bewertung jedoch kategorisch ab.
Katerstimmung nach dem Rausch
Wie schnell sich die Stimmung nach einem erfolgreichen Börsengang drehen kann, zeigt sich bei SpaceX. Noch in den ersten Tagen nach dem IPO gewann die Aktie hinzu. Ausgehend vom Zeichnungspreis von 135 US-Dollar kletterte die Aktie in der Spitze bis auf 225 US-Dollar – ein Plus von mehr als 66 Prozent innerhalb von drei Handelstagen. Davon ist nichts geblieben. Im Gegenteil. Ende Juli 2026 notierte die Aktie weit unter dem Zeichnungspreis von 135 US-Dollar. Eine ähnlich ernüchternde Performance kurz nach dem Listing zeigte sich auch bei anderen Börsenneulingen aus dem Technologiesektor, beispielsweise SK Hynix, Cerebras Systems oder Victory Giant Technology. Zuerst gefeiert, dann abgestraft. Solche Entwicklungen kurz nach dem IPO sind natürlich nur eine Momentaufnahme. In diesem Fall sind die Verluste vor allem dem generellen Stimmungsumschwung bei Technologiewerten geschuldet. Bei SpaceX dürften aber auch die zunehmenden Sorgen über die hohe Bewertung eine Rolle für die Korrektur gespielt haben. Nichtsdestotrotz ist es spannend zu beobachten, wie sich die Aktien von Börsendebütanten im Trend entwickeln.
Outperformer vs. Underperformer
Die Nasdaq untersuchte die Wertentwicklung von Unternehmen, die zwischen 2010 und 2020 in den USA an die Börse gingen. Dabei wurde festgestellt, dass die langfristige Wertentwicklung erheblich variiert – umso stärker, je länger der Betrachtungszeitraum ist. So übertrafen beispielsweise am Tag nach dem Börsengang deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen mit ihrer Kursentwicklung den Markt. Auch in der 5-Tages- sowie der 1-Monats Periode nach dem Börsengang war der Anteil der IPO-Gewinner noch grösser als der der IPO-Verlierer. Nach rund drei Monaten kippte jedoch das Verhältnis und nach einem Jahr hinkte schliesslich die Mehrheit der betrachteten Unternehmen bei der Performance dem Markt hinterher. Nasdaq-Chefvolkswirt Phil Mackintosh führt dies darauf zurück, dass bei einigen Unternehmen die anfängliche Begeisterung nach dem Börsengang nachlässt, die erwarteten Gewinne nicht erreicht werden und die Anleger den Börsengang neu bewerten, um das tatsächliche, langsamere Wachstum des Unternehmens widerzuspiegeln (nasdaq.com, 2021).
Schlussfolgerungen für Anleger
Ob ein Börsengang erfolgreich verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität des Geschäftsmodells. Aber auch die generelle Börsenstimmung sowie die Bewertung sind entscheidend für das Gelingen. Anleger sollten diese Punkte vor einer Zeichnung oder einem Kauf kurz nach der Erstnotiz berücksichtigen. Eine Garantie auf schnelle Gewinne gibt es nicht. Dennoch kann es sinnvoll sein, regelmässig zu prüfen, welche IPOs von welchen Unternehmen anstehen. Was US-Börsengänge betrifft, ist auf der Website der Nasdaq (nasdaq.com) unter dem Menüpunkt «Market Activity» beispielsweise ein «IPO Calendar» zu finden.
Vontobel bietet Produkte auf ausgewählte Börsenneulinge an
Bei viel beachteten Börsengängen verfolgt Vontobel deshalb den Anspruch, Anlegern möglichst früh einen Zugang zu den spannendsten Börsenneulingen zu eröffnen. Mit einem umfangreichen Angebot an Anlage- und Hebelprodukten können Investoren indirekt an der Kursentwicklung eines IPO-Kandidaten partizipieren. Dabei lässt sich das Investment gezielt auf das persönliche Chancen-Risiko-Profil abstimmen. Vontobel möchte bei Börsendebüts stets auf der Höhe der Zeit sein und entsprechende Produkte möglichst zeitnah zum IPO handelbar machen. In einzelnen Fällen gehen wir bei Vontobel sogar noch einen Schritt weiter: Bei SpaceX, Cerebras Systems und SK Hynix konnten Anleger bereits über Vontobel-Produkte eine Position aufbauen, bevor der offizielle Handel mit den Aktien begann. Diesen First-Mover-Ansatz will Vontobel auch bei künftigen Börsengängen verfolgen. Gerade mit Blick auf mögliche Mega-IPOs von OpenAI und Anthropic eröffnet sich damit die Möglichkeit, sich bereits vor der Erstnotiz für eine mögliche Kursbewegung zu positionieren. Ob offensiv oder defensiv: Mit der breiten Produktpalette von Vontobel können Anleger unterschiedliche Markt-meinungen und Risikoklassen abbilden. Risikofreudige Investoren können beispielsweise auf Warrants, Knock Out-Produkte oder Constant Leverage-Zertifikate zurückgreifen. Diese Hebelprodukte ermöglichen eine über-proportionale Partizipation an Kursbewegungen. Dadurch können sowohl Gewinne als auch Verluste im Vergleich zum Basiswert überproportional ausfallen.
Wer kontrollierter in die Aktien von Börsenneulingen investieren möchte, findet bei Vontobel ebenfalls ansprechende Anlageprodukte. Anlageprodukte wie Barrier Reverse Convertibles oder Callable Barrier Reverse Convertibles bieten unter bestimmten Marktbedingungen Ertragsmöglichkeiten und verfügen über produktspezifische Risikopuffer. Anleger können damit eine individuelle Strategie wählen, die zu ihrer Markterwartung und persönlichen Risikobereitschaft passt und zugleich frühzeitig an den Chancen vielversprechender IPOs teil-haben. Die Geeignetheit hängt von den individuellen Kenntnissen, Erfahrungen, Anlagezielen und finanziellen Verhältnissen des jeweiligen Anlegers ab.
Beispiel: Barrier Reverse Convertible
Aktuell lässt sich bei Vontobel ein Barrier Reverse Convertible auf SpaceX finden. Das Produkt zahlt bis Juni 2027 einen fixen Coupon von 24 Prozent pro Jahr. Die Bestimmung der Rückzahlung am Ende der Laufzeit erfolgt in Abhängigkeit von der Kursentwicklung und der Schlussfixierung des Basiswerts. Eine Rückzahlung zum Nennwert ist gewährleistet, solange kein Barriereereignis eingetreten ist. Ist ein Barriereereignis zwar eingetreten, ist der Basiswert aber bei Schlussfixierung wieder höher oder gleich wie der Ausübungspreis von USD 207.23, wird ebenfalls der Nennwert zurückbezahlt. Andernfalls erhalten Anleger eine festgelegte Anzahl SpaceX-Aktien, wobei der Coupon mögliche Verluste abfedert. Weitere Renditeoptimierungs- und Hebelprodukte auf SpaceX, Cerebras Systems und SK Hynix zeigt die nachfolgende Übersicht.
Callable/Barrier Reverse Convertible auf Space Exploration Technologies Corporation
Callable/Barrier Reverse Convertible auf SK Hynix Inc.
Callable/Barrier Reverse Convertible auf Cerebras Systems Inc.
Die nachfolgend dargestellten Produkte richten sich an Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft. Insbesondere bei Hebelprodukten können bereits geringe Marktbewegungen zu erheblichen Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.