KI braucht Strom: Warum Kernenergie und SMRs wieder in den Fokus rücken
Künstliche Intelligenz zählt weiterhin zu den wichtigsten Wachstumstreibern an den globalen Kapitalmärkten. Mit dem Ausbau von Rechenzentren steigt jedoch auch der Bedarf an einer zuverlässigen Stromversorgung. Das Training und der Betrieb moderner KI-Modelle erfordern enorme Energiemengen und dürften den Stromverbrauch von Rechenzentren in den kommenden Jahren deutlich erhöhen (International Energy Agency, 2026). Gleichzeitig investieren Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google und Meta verstärkt in langfristige Energiepartnerschaften, um ihre KI-Infrastruktur zuverlässig mit Strom zu versorgen (Reuters, 2026). Energie entwickelt sich damit zunehmend zum entscheidenden Engpass der KI-Revolution.
Versorgungssicherheit rückt in den Mittelpunkt
Neben dem KI-Boom treiben auch die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr sowie die Digitalisierung den globalen Strombedarf. Gleichzeitig steht Europa vor der Herausforderung, seine Energieversorgung unabhängiger zu gestalten. Nach dem weitgehenden Wegfall russischer Erdgaslieferungen und angesichts geopolitischer Spannungen im Nahen Osten gewinnt die Versorgungssicherheit wieder an Bedeutung (Reuters, 2026). Viele Staaten betrachten Kernenergie daher zunehmend als wichtigen Bestandteil eines diversifizierten Energiemixes, um eine stabile und CO₂ arme Stromversorgung sicherzustellen (International Energy Agency, 2026).
Deutschland ist international die Ausnahme
Während Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen hat, investieren viele andere Staaten weiter in den Ausbau ihrer Kernkraftkapazitäten. Die USA, Frankreich, Grossbritannien, Polen, Indien und China planen neue Reaktoren oder modernisieren bestehende Anlagen, um den steigenden Energiebedarf langfristig zu decken (World Nuclear Association, 2026). Weltweit befinden sich zahlreiche Kernkraftwerke im Bau oder in der Planung, insbesondere in Asien (IAEA, 2026).
Small Modular Reactors gewinnen an Bedeutung
Als vielversprechende Technologie gelten sogenannte Small Modular Reactors, kurz SMRs. Die kompakten Reaktoren sollen standardisiert gefertigt werden und könnten dadurch schneller und kostengünstiger errichtet werden als konventionelle Kernkraftwerke. Aufgrund ihrer flexiblen Grösse eignen sie sich insbesondere für die Versorgung energieintensiver Rechenzentren und Industrieanlagen. Experten sehen SMRs deshalb als potenziellen Baustein der zukünftigen Energieversorgung (Reuters, 2026).
Vontobel Nuclear Energy Index
Mit dem Vontobel Nuclear Energy Index steht Anlegern zudem ein Strategiezertifikat zur Verfügung, das Unternehmen entlang der gesamten nuklearen Wertschöpfungskette bündelt. Dazu gehören unter anderem Uranförderer, Reaktorentwickler, Versorgungsunternehmen und Technologieanbieter, wodurch ein diversifizierter Zugang zum Nuklearsektor ermöglicht wird (Vontobel Markets, 2026).
Strategische Zertifikate
Fazit
Der Ausbau der Künstlichen Intelligenz erhöht den Bedarf an einer sicheren und jederzeit verfügbaren Stromversorgung. Gleichzeitig gewinnt Kernenergie weltweit wieder an Bedeutung, während Deutschland mit seinem Atomausstieg eine Sonderrolle einnimmt. Vor allem Small Modular Reactors könnten künftig einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung von Rechenzentren leisten. Anleger könnten an dieser Entwicklung über den Vontobel Nuclear Energy Index partizipieren. Neben den Chancen sollten jedoch auch die technologischen, regulatorischen und marktbedingten Risiken berücksichtigt werden.